Garrel - „Wat kump dor för’n Schiet tauhaope“, kommentierte einer der Sammler die Ergebnisse der Garreler Umweltaktion am Sonnabend. Gemeinsam mit seiner Gruppe hatte er gerade den Müll in die bereitgestellten Container auf dem Schützenplatz befördert.
Um neun Uhr trafen sich die Müllsammler an den Treffpunkten der elf Bezirke. Viele sind seit Jahren dabei, wenn die Gemeinde alle zwei Jahre zur Umweltaktion aufruft. Die Zuordnung der Gruppen zu den Straßen und Wegen ist schnell gemacht. Unter den Sammlern waren viele Jäger, die genau wissen, wo sie Müll auflesen müssen. Mehrere Jagdbezirke machen mit.
Wilfried Schewe ist der Ansprechpartner der Gemeinde. Er dirigierte die ankommenden Fahrzeuge zu den Containern, Trecker und Pkw mit Anhänger, die ablieferten, was gefunden wurde. Die Mülltrennung blieb den fleißigen Ortsverschönerern erspart. Lediglich Autoreifen, Metalle und Farbreste werden getrennt und einer fachgerechten Entsorgung zugeführt.
„Es wird weniger Müll weggeworfen als früher“, hat Gilbert Fleming in Nikolausdorf beobachtet. Seine Einschätzung bestätigt Schewe, der schon mal mehr Container bereitstellen musste. Vier Container waren es in diesem Jahr. „Gott sei Dank gibt es hier in der Nähe keinen Burger-Laden“, sagte ein Sammler. Darum habe es kaum Verpackungen und Getränkebecher gegeben, die die Natur verschandelten.
Dafür wurden andere Sachen gefunden. In Petersfeld fand Walter Einhaus einen Fernseher, auf dem Tannenkamp wurde eine Wasserpfeife entsorgt. Deren Funktionsfähigkeit mochte keiner testen. Und auch das Angebot, einen Tannenbaum zu erwerben, blieb ohne Resonanz.
Ein Umweltfrevler hatte seinen Plastik-Weihnachtsbaum – in einem Müllsack verpackt – entsorgt. Der Fuß und drei weitere Teile waren komplett. Immer wieder wurden Stellen gefunden, wo Alkoholflaschen weggeworfen wurden. 30 Weinflaschen wurden gefunden, 20 Schnapsflaschen und jede Menge kleine Flachmänner – der Alkohol wird auch für die Natur zum Problem.
Unmut herrschte auch über die Entsorgung von Gartenabfällen. „Wenn sie wenigstens die Plastiksäcke wieder mitnähmen“, ärgerte sich einer der Sammler.
Die Sammelaktion wurde von den elf Bezirksvorstehern organisiert. Die eingesetzten Fahrzeuge waren versichert. Auch das Mitfahren auf einem Treckeranhänger war ausnahmsweise erlaubt. Daran hatten Kinder aus dem Bezirk Tweel/Tannenkamp ihre Freude, die mit großem Eifer dabei waren. „Bis 13.30 Uhr sollte man fertig sein“, gab Schewe eine Zeit vor.
Der Abschluss war wieder bei den Sammelpunkten. Dort warteten auf die freiwilligen Umweltschützer ein Mittagessen und Getränke. Essen und Trinken spendierte die Gemeinde: eine Anerkennung und ein Dankeschön an die Sammler. „Es waren über 250“, bilanziert Schewe.
Die Inhalte von vier Containern werden jetzt entsorgt, sie dokumentieren den Fleiß der Sammler.
