Emstek/Osnabrück - Genau heute vor 72 Jahren kam er in Emstek an: Ein Sonderzug der Deutschen Reichsbahn brachte am 16. März 1945 den heute 83-jährigen Lothar Schmidt, seine Familie und weitere Flüchtlinge aus dem pommerschen Jasenitz an den Cloppenburger Bahnhof. Für Schmidts ging es weiter nach Emstek und dort zum Bauern Franz Kleene.
Über diese Zeit und die weiteren Jahre hat Schmidt ein Buch geschrieben. Unter dem Titel „Der schwarze Pferdekopf“ schildert er die schweren Jahre, an die er nicht nur gute Erinnerungen hat: „Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingsdiskussion sicher sehr interessant“, wirbt der Autor für sein Buch, das jetzt in „zweiter verbesserter Auflage“ im Verlag Sami Adel Tabbara erschienen ist. Es ist über den Verlag (Wöstefeld 10, 49090 Osnabrück, Tel. 0541/128368), über den Autor (Im Wegrott 22, 49084 Osnabrück, Tel. 0541/75701) oder mit Glück im Buchhandel zu beziehen, so Schmidt.
Als Mutter Schmidt mit dem elfjährigen Lothar und seinen drei Brüdern und drei Schwestern in Emstek ankommt, herrscht Not, und die Neuankömmlinge waren nicht überall willkommen. „Man nannte uns die ,Verfluchtlinge’“, erinnert er sich, und auf dem Schulweg gab es schon oft Prügel. Aber mit der Zeit wurde alles besser, und als der Vater aus dem Krieg zurückkam und seine Familie wiederfand, bauten die Schmidts ein Siedlungshaus in Höltinghausen. Gelernt hat Lothar Schmidt in einem Betrieb in Cappeln Herrenschneider, und später arbeitete er in Cloppenburg, bevor es über Düsseldorf an seinen jetzigen Wohnort Osnabrück ging. Das Buch vermittelt einen lebendigen Einblick in das Zeitgeschehen von 1939 bis 1953 im hiesigen Raum.
