Augustfehn - „Man ist frei von allen häuslichen Sorgen“, beschreibt Werner Orth die Proben des gemischten Chores Concordia, zu denen er bereits seit 1955 geht. „Die Chemie stimmt einfach“, pflichten ihm der zweite Vorsitzende Engelbert Ximar mit Ehefrau Edeltraud, Vorsitzende Renate Reinhards und Schriftführerin Barbara Müller bei. Sie erinnern sich gerne an die geselligen Runden beim Singen, aber auch an private Treffen zum Frühstück oder zu Ausflügen. „Es wird durch die Altersstruktur aber immer schwieriger. Sonst haben wir auch Radtouren unternommen“, sagt Reinhards.
Vor über 140 Jahren, am 10. November 1873, fand in der Gaststätte Boyen die Gründungsversammlung statt – damals noch vom Männergesangsverein. Am 16. Januar 1975 entschloss sich dann Chorleiter Helmut Rambusch, mehr Sänger für den Chor zu gewinnen. Das war die Geburtsstunde für den gemischten Chor Concordia. Helmut Rambusch sei ein ganz intensiver und musikbegeisterter Chorleiter und Rektor an der Realschule gewesen, erinnert sich Orth. „Da saß Schwung drin.“ Auch die „Nachsingstunden“ im Anschluss in vergnüglicher Runde sind sehr gut in Erinnerung geblieben.
Der gemischte Chor Concordia trifft sich jeden Donnerstag von 19.30 bis 21.30 Uhr in der Gaststätte Scheppner in Vreschen-Bokel zur Chorprobe. Neuzugänge sind jederzeit willkommen. Infos gibt es bei Renate Reinhards (
Das Sängerfest des Sängerbundes der Gemeinde Apen am 17. Mai richtet der Chor Concordia ebenfalls ab 14 Uhr in der Gaststätte Scheppner aus.
Mit dem Wechsel zum gemischten Chor gab es dann Veränderungen. „Die Frauen haben da wieder System und Ordnung hineingebracht“, so Orth. Gesungen wurden alte Volkslieder, erzählt er und stimmt gleich mit dem Fuß wippend an: „Wer hier mit uns will fröhlich sein, den woll’n ein Glas wir bringen.“
Die Chöre hatten damals noch eine andere Bedeutung, ergänzt Reinhards. „Wir sind noch mit Fahne durch das Dorf marschiert, um auf das Sängerfest aufmerksam zu machen“, berichtet Müller.
Als dann Chorleiter Rambusch plötzlich verstarb, begann die Suche nach einer Nachfolge. „Doch die Harmonie wollte nicht richtig stimmen“, so Reinhards. Schließlich sprang Anke Bruns spontan ein, die nun bereits seit 30 Jahren den Chor leitet. Der ist auf regionalen Festen vertreten, aber auch für Ständchen zu Geburtstagen, Ehejubiläen und Ehrungen bereit.
Von anfangs rund 40 Mitgliedern sind heute nur noch etwa 20 Personen aktiv. „Das Liedgut muss genau ausgewählt werden. Wir können nicht mehr vierstimmig singen“, so Reinhards. Das tut der Geselligkeit aber keinen Abbruch: „Bei uns allen ist die Harmonie da, es gibt kein böses Wort“, so die Vorsitzende. „Jeder akzeptiert jeden“, findet auch Ximar.
