Friedrich-August-Hütte - Die Begeisterung ist den jungen Schauspielern anzumerken gewesen. Mit viel Freude und Motivation hat die Theatergruppe Tusculum am vergangenen Freitag eine gelungene Premiere mit dem Stück „Das Leben/Dat Leven“ gefeiert. Bei der Aufführung im Kasino Friedrich-August-Hütte ging es auf ironisch-sarkastische Weise um Fragen des alltäglichen Lebens.
Die Theatergruppe Tusculum, die seit sieben Jahren als Nachwuchssparte zur Niederdeutschen Bühne gehört und von Andrea Thormählen gegründet wurde, sucht in ihrem neuen Stück Antworten auf jene Fragen, die uns alle beschäftigen.
Bei dem Stück handelt es sich um ein Werk von Peter Hans. Es wurde von Gerold Diers, Heidi Winter und Andrea Thormählen ins Plattdeutsche übersetzt. „Wir haben jedoch so viel geändert, dass wir eigentlich nur noch das Grundgerüst beibehalten haben“, berichtete Andrea Thormählen, die auch Regie führte.
Die 14- bis 21-jährigen Schauspieler sprachen bei der Aufführung sowohl auf Platt- als auch auf Hochdeutsch. Eine Fragestellung, die das Ensemble zu klären versuchte, war zum Beispiel, ob denn die Worte und Schritte im Leben begrenzt seien. Und was passieren würde, wenn nun alle Schritte aufgebraucht wären? Im weiteren Verlauf wurde ebenfalls über die Entstehung und Eigenschaften von Löchern philosophiert. Und auch die Frage, ob unsere Welt in eine Kiste passe, kam zur Sprache.
Authentischer Auftritt
Allen Darstellern gelang es, in ihren Rollen authentisch zu wirken. So schafften sie eine entspannte und lustige Atmosphäre, bei der sich die Zuschauer schnell in die Thematik hineinfühlen konnten. Die Begeisterung der Schauspieler übertrug sich auf das Publikum. „Man merkt einfach, dass alle sehr motiviert sind“, freute sich Andrea Thormählen.
Auf der Bühne waren Saskia Kluge, Jule Thormählen, Leon Nungesser, Katja Kramer, Käthe Wiechmann, Louisa Thormählen und Mia Mahn im Einsatz.
Seit März haben sie auf die große Premiere hingearbeitet. Insgesamt ist „Das Leben“ das sechste Theaterstück der Jugendgruppe. Das von Andrea Thormählen skizzierte Bühnenbild haben viele Helfer aufgebaut.
Die Beschaffung eines rot-weiß gepunkteten Kleides, das eine wichtige Requisite im Stück ist, gestaltete sich jedoch laut Andrea Thormählen schwierig. „Ein viertel Jahr habe ich überall nach einem solchen Kleid gesucht. Und eines Tages hat eine Bekannte gesagt, dass sie genau so eins im Schrank hätte. Da ist mir natürlich ein Stein vom Herzen gefallen“.
Für Licht und Ton waren Chris von Münster (14 Jahre) und Darren Kuck (17) zuständig. Die beiden Jugendlichen gehören noch nicht lange zur Tusculum-Mannschaft. Die Bühne hatte händeringend zwei neue Techniker gesucht – und die beiden sagten zu. „Sie sind großartig“, sagte Andrea Thormählen, „ich bin sehr froh, dass wir sie gefunden haben.“
Mit der bisherigen Resonanz – am Sonnabend gab es eine weitere Aufführung im Kasino – ist die Tusculum-Chefin zufrieden.
Dritter Termin
Wer die ersten beiden Inszenierungen verpasst hat, kann sich das Stück am Freitag, 11. Dezember, ansehen. Beginn ist um 19.30 Uhr im Kasino Friedrich-August- Hütte. Dann werden wieder existenzielle Fragen des Lebens auf die Schippe genommen und die Zuschauer mit den Absurditäten des Alltags konfrontiert.
