Hooksiel - Ein solches Schiff baut Spezialbootsbauer Wolfram Heibeck sicherlich nur einmal in seinem Leben: „Es ist etwas ganz besonderes, nur noch wenige Bootsbauer beherrschen die Techniken des traditionellen Bootsbaus“, sagt Heibeck. Das Boot, von dem er spricht, ist das historische Mudderboot mit den ausladenden Heckflügeln, das seit 1992 als technisches Denkmal am Alten Hafen von Hooksiel lag.

Dort hatten Wind, Regen und Salz dem schwarzen Boot aus massivem Eichenholz so zugesetzt, dass außer den Beschlägen nichts mehr zu retten war. Wie berichtet, hatte Heibeck im August mit dem Wiederaufbau des Mudderboots begonnen. „Ich habe das neue Boot nach dem Aufmaß des Alten gebaut, Pläne gab es nicht“, erklärt Heibeck.

So setzte er in vielen hundert Stunden Arbeit Stück für Stück und Spant für Spant das neue Mudderboot zusammen. Inzwischen ist es fertig und wartet auf seinen Abtransport zu seinem angestammten Liegeplatz am Hooksieler Hafen. Dort soll es dann mit einem Kran an die richtige Stelle gehoben werden.

Einen entscheidenden Unterschied zum Original gibt es allerdings: Das Museumsboot ist nicht mehr schwimmfähig. Mit dem Mudderboot wurde die Zufahrt des Hooksieler Sielhafens von Schlick geräumt, das Boot wurde 1925 gebaut und war bis in die 1950er Jahre im Einsatz. Zum Schlickräumen wurde zunächst Wasser hinter dem Sieltor gestaut und das Boot mit abgesenkten Flügeln in die Fahrrinne gesetzt. Wurde bei Ebbe das Sieltor geöffnet, schob das ablaufende Wasser das Mudderboot in die offene See – und das nahm dabei auf zwölf Metern Breite den Schlamm mit.

Mit der nächsten Flut kam das Mudderboot dann zurück in den Hafen. „Das war oft eine ganz schön heikle Angelegenheit, denn nicht immer lief alles glatt“, weiß Heibeck.

Schwierigkeiten wird es mit dem neuen Boot nicht mehr geben, denn es wird nicht mehr zu Wasser gelassen. „Daher fehlt auch der Schiffsboden“, erklärt Heibeck. Das Boot soll künftig auf einem Betonsockel am Deich des Alten Hafens stehen und ansprechend beleuchtet werden. Auch einen Namen soll es dann bekommen: „Panje“ nach dem früheren Wirt „Zum Hook“ Ewald Behrends, der sich viele Jahre lang um das Boot gekümmert und seine Nutzung erklärt hat.

Der Wiederaufbau des technischen Denkmals kostet rund 25 000 Euro. 14 000 Euro trägt der Seebadeverein, 2500 Euro steuert die Gemeinde Wangerland als Eigentümerin hinzu, der Rest wird durch Sponsoren finanziert. „Dass das neue Boot vermodert, das werden wir alle nicht mehr erleben“, ist Heibeck sicher.