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Monty Python’s Spamalot Zusammengeklauter Spaß mit schrägen Raufbolden

Lore Timme-Hänsel

Oldenburg - Eine Warnung vorweg: Wer zum Lachen in den Keller geht und keinen Spaß versteht, der sollte dem Musical „Spamalot“ in der Inszenierung von Ekat Cordes unbedingt fernbleiben. Allerdings verpassen diejenigen ein spielfreudiges Ensemble und ein großartiges Staatsorchester unter der Leitung von Axel Goldbeck, die bei der ausverkauften Premiere im Großen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters vom Publikum frenetisch und mit stehenden Ovationen gefeiert wurden.

„Spamalot“ ist ein Musical der Monty-Python-Mitglieder Eric Idle und John du Prez, das 2005 am New Yorker Broadway uraufgeführt wurde. Die Handlung beruht auf dem Film „Die Ritter der Kokosnuss“ von 1975, einem Klassiker der Komikergruppe. In der Oldenburger Inszenierung werden die Dialoge auf Deutsch gesprochen, gesungen wird auf Englisch, mit deutscher Übertitelung, was den schrägen Humor des Stücks noch unterstreicht.

Nach klamaukig-schmissiger Ouvertüre führt Klaas Schramm (ein Ebenbild von Monty-Python-Mitglied John Cleese) in das Stück ein: England im Jahr 932 ist ein geteiltes Land, in dem Pest, Cholera und Hungersnöte wüten. Aus dem Schlamassel erhebt sich die Licht- und Sagengestalt König Artus (Thomas Birklein), um das Land zu einen.

Viel getrunken

Zusammen mit seinem Pagen Patsy (Vincent Doddema) reitet er umher und schart mit Sir Robin (Rüdiger Hauffe), Sir Lancelot (Gilbert Mieroph), Sir Galahad (Bernhard Hackmann) und Sir Bedevere (René Schack) eine skurrile Truppe mehr oder weniger edler Ritter um sich. Jedi-Ritter müssen draußen bleiben.

Unterstützt von einem achtköpfigen Tanzensemble (Choreografie Sean Stephens) und zusammen mit Navina Heyne als Fee aus dem See und glänzende Musical-Diva schlüpfen sie mit großer Spielfreude in mehrere Rollen, singen und tanzen, was das Zeug hält. Sie machen Camelot zum Varieteetheater mit allem Drum und Dran.

Vor allem aber wird viel gegessen und getrunken. Ham, Jam und Spam (der Name einer Marke für Dosenfleisch während des Zweiten Weltkriegs) halten Körper und Seele zusammen.

Eingestimmt durch diverse bekannte Broadway-Musicals, beginnt die Suche nach dem heiligen Gral, Rockhymnen unterstreichen die Bedeutung dieser Aufgabe. König Artus und seine Ritter liefern sich zwischen hinreißenden Can-Can-Tänzerinnen eine herrlich deftig-derbe Auseinandersetzung mit französischen Raufbolden. Ihr Eroberungsplan mit Hilfe eines trojanischen Hasen geht jedoch völlig schief.

Die Lage scheint aussichtslos, da endlich stimmt Vincent Doddema den Monty-Python-Hit schlechthin an: „Always Look On The Bright Side Of Life“. Dafür und für die flotte Steppnummer gibt es einen weiteren Szenenapplaus. Im teuersten Wald wird der Spaß mit dem Auftritt der Ritter vom Ni und Darth Vader auf die Spitze getrieben. Das Orchester absolviert dazu einen fulminanten Parforceritt durch berühmte Musicals: Aus „Anatevka“, „Cats“, „Phantom der Oper“, „König der Löwen“ und „Westside Story“ wird fröhlich zusammengeklaut, und ein bisschen Shakespeare ist auch dabei.

Grandioses Finale

Schließlich wendet sich dann doch alles zum Guten: Das blutrünstige Kaninchen wird mittels heiliger Handgranate überwunden und der Gral gefunden – in der ersten Reihe im Parkett bei Ute („nur Ute“), die natürlich auf die Bühne muss, gute Miene zum guten Spiel macht und mit dem goldenen Artus belohnt wird.

Es folgt das grandiose Finale einer Oldenburger Inszenierung, bei der mit Witz und Ideenreichtum in die Vollen gegriffen wird. Die mit 20 Bühnenbildern (Anike Sedello), 400 Lichteinstellungen (Stefan Flächsenhaar) und 100 Kostümen (Dinah Ehm) für 16 großartige Darsteller sehr aufwendige Produktion hat das Zeug, zum Besuchermagnet zu werden.

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