• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur

Kastelruther Spatzen pfeifen auf Krisen

25.10.2014
Frage: Braucht die Welt Schlager?
Rier: Ganz dringend. Immer mehr. In Zeiten des wachsenden Drucks, des Stresses, des Internets brauchen die Menschen Rückzugsorte, wo sie abschalten können. Das klappt hervorragend mit Musik. Ganz egal welcher.
Frage: Und Sie schaffen dafür die heile Welt?
Rier: Für unsere Fans ist das so, ja. Immer wieder bedanken sich Menschen bei uns, weil unsere Lieder sie aus tiefen Krisen geholt haben. Letztlich muss aber jeder für sich entscheiden, wie viel heile Welt er braucht.
Frage: Glauben Sie daran – nach dem Mord an Ihrem früheren Manager Karl-Heinrich Gross?
Rier: Auf jeden Fall habe ich feststellen müssen, wie brutal die Welt sein kann. Man fragt sich wieso, wer und warum? Leider ist die Sache bis heute nicht aufgeklärt. Ich habe damals Trost bei meiner Familie gesucht. Und in der Musik.
Frage: Die Botschaft der Spatzen lautet weiterhin „alles wird gut“?
Rier: Nicht immer. Wir gehen durchaus kritische Themen an. Auch dabei geht es aber ums Genießen des Augenblicks und darum, das Beste aus allem zu machen. Das ganze Leben ist ein Wellengang – auf und nieder.
Frage: Bietet das auch genug Stoff, um jedes Jahr ein Album zu füllen?
Rier: Ich staune selbst. Es ist zwar immer eine Herausforderung, aber es gelingt uns, jeden Herbst wieder etwas Neues zu veröffentlichen. Das erwarten unsere Fans.
Frage: Würden Sie dabei auch in die gleiche Trickkiste greifen wie Heino, und Rammstein covern?
Rier: Mei – ich weiß nicht. Sowas kann auch danebengehen. Beim Heino hat’s gepasst, aber man muss auch hinter den Sachen stehen können, die man macht, und nicht einfach nur neue Sachen wagen, um aufzufallen.

Berg und Talfahrt der Südtiroler

Gegründet wurde die Südtiroler Band 1975 – seitdem gab es immer wieder Wechsel in der Belegschaft. Norbert Rier (54) gehört seit 1980 zum siebenköpfigen Ensemble. Über 100 goldene Schallplatten und 13 Echos haben die Volksmusikanten verliehen bekommen – und einmal beim Grand Prix gesiegt.

Skandale um die Musiker gab es 2012 mit Bekanntwerden, dass für Tonträgeraufnahmen externe Studiomusiker engagiert wurden. Lediglich Norbert Riers Gesang sei echt gewesen, enthüllte der damalige Aufnahmeleiter. Dazu wollte sich Norbert Rier im Interview aber nicht äußern.

Ungeklärt ist bis heute der Mord an dem ehemaligen Manager Karl-Heinrich Gross 1998 – trotz aufwendiger Ermittlungen des Polizeisonderkommandos „Spatzen“.

Rier ist der Frontmann der Kastelruther Spatzen. Der 54-Jährige ist gelernter Landwirt, verheiratet und hat vier Kinder.

In Oldenburg sind die Kastelruther Spatzen am 12. November um 20 Uhr in der EWE–Arena zu erleben. Beginn ist um 20 Uhr.

Frage: Wie steht es mit dem Konkurrenzkampf in der Schlagerbranche?
Rier: Der ist immer gut, wenn er fair ist. Natürlich ist es manchmal hart. Letztlich aber entscheidet das Publikum, was es will.
Frage: Wie oft zeigen Sie sich dem?
Rier: Auf 70 Auftritte im Jahr bringen wir es sicher – dazu kommen die Promotiontouren. Das ist aber auch die Grenze – weniger ist mehr. Und wir werden nicht jünger.
Frage: Können Sie in Ihrer Heimat Tirol noch unerkannt einkaufen gehen?
Rier: Wir werden schon erkannt – und auch genauer beobachtet. Solange alles gut läuft und es nichts zu reden gibt, hält sich das im Rahmen. Dann wollen die Leute Fotos machen und Hände schütteln.
Frage: Können Sie dem Rummel entfliehen?
Rier: Ja, auf der Alm, wo ich die Sommer mit meinen Pferden und Haflingern verbringe. Oder auf unserem Hof mit der Familie.
Frage: Sind Sie – als gelernter Landwirt – im Herzen Bauer geblieben?
Rier: Auf jeden Fall. Von klein auf war klar, dass ich den Hof meiner Eltern übernehmen werde. Wenn ich wählen müsste, würde ich mich für das Landleben mit der Pferdezucht entscheiden – so habe ich das Glück, meine zwei Hobbys zum Beruf machen zu können.
Frage: Tragen Sie dabei immer Tracht?
Rier: Nein. Privat kleide ich mich ganz normal. Aber auf der Bühne ist die Tracht unser Markenzeichen – weil wir Wert auf Tradition und Bodenständigkeit legen. Da haben wir uns auch nie von einer Plattenfirma reinreden lassen. Übrigens ist das sehr bequem.
Frage: Abseits aller Betrugsvorwürfe und Skandale – gibt es etwas, was Sie sich selbst nicht verzeihen?
Rier: Vielleicht. Ich hätte mir früher mehr Zeit für die Familie nehmen müssen. Damals war ich viel auf Tour. Aber man tut in jedem Moment immer das, was man für richtig hält.
Frage: Wann wäre der richtige Moment, sich von der Bühne zu verabschieden?
Rier: Wenn ich nicht mehr hinter dem stehen kann, was ich tue. Dann würde ich aufhören. Bis dahin mache ich weiter.
Lea Bernsmann Redakteurin / Redaktion Oldenburg
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2106
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.