Ofenerdiek - Die Sitzplätze im Vereinslokal des Sportvereins Ofenerdiek an der Lagerstraße wurden knapp am Dienstagabend: Mehr als 120 Gäste waren der Einladung des Bürgervereins Ofenerdiek (BVO) zur Jahreshauptversammlung gefolgt.
Vor 95 Jahren wurde die Siedlervereinigung Ofenerdiek – ein Vorläufer des heutigen Bürgervereins – gegründet. Der erste Vorstand habe damals mit der Gründung Pionierarbeit für den Stadtteil geleistet, betonte Hans-Gerd Tabke, aktueller Vorsitzender des Bürgervereins.
In seinem Rückblick auf das Jahr 2014 berichtete er: „Der Bürgerverein Ofenerdiek steht sehr gut da und hat einen guten Zulauf von Mitgliedern.“ Einziger Wermutstropfen für den Verein sei, dass unter den aktuell 700 Mitgliedern kaum junge Familien zu finden sind, bedauerte der Vorsitzende.
Als herausragende Ereignisse nannte er die große Beteiligung an der Aktion „OL räumt auf”, bei der die Ofenerdieker von Stadtbaurätin Gabriele Nießen und vom damaligen Landtagsabgeordneten Jürgen Krogmann aktiv unterstützt worden waren. Ebenso erfolgreich waren aber auch die Bürgerabende im Vereinsheim, die Theater-, Ausflugs- und Besichtigungsfahrten, die Flohmärkte und die vielen anderen Aktivitäten. Dabei lobte Tabke besonders die Arbeit seines Vorstandes.
BVO als Vorbild
Während bundesweit das Flüchtlingsthema kontrovers diskutiert wird, habe Ofenerdiek mit dem gebildeten „Arbeitskreis Flüchtlinge” eine Vorbildfunktion für Integration geschaffen, hieß es. Auch Oberbürgermeister Jürgen Krogmann betonte in seiner Rede: „Es ist ein tolles Erlebnis, wie in Ofenerdiek mit den Flüchtlingen umgegangen wird.” Er führte aus: „Das ist eine Sternstunde für Ofenerdiek, wie sich hier eine Willkommenskultur für Flüchtlinge entwickelt hat.“
Aber nicht alle Probleme sind aus Sicht des Bürgervereins gelöst. Die Themen Lärmschutz an der Bahn, Entwicklung des Fliegerhorstgeländes und – ganz aktuell – die Gestaltung des Bereiches um den Swarte-Moor-See bleiben auch für dieses Jahr aktuell.
Das geplante Projekt Stadtteilspielplatz/Stadtteilpark am Swarte-Moor-See ist durch den Bericht in der NWZ bei vielen Ofenerdiekern auf positive Resonanz gestoßen. Aktiv unterstützt wird es durch eine gebildete Arbeitsgruppe der Arbeitsgemeinschaft der Ofenerdieker Vereine (AGM). In den Augen des Bürgervereins ist das Spielplatzprojekt von so großer Bedeutung für Ofenerdiek, dass die Mitglieder an diesem Abend einer Vereinsspende von 1200 Euro spontan zugestimmt haben. Zusammen mit einer ersten Spende von 300 Euro aus dem Vorjahr fließen vom Bürgerverein insgesamt 1500 Euro in den Topf für dieses Projekt. Ein Ofenerdieker Kaufmann, Günther Beilken aus der Weißenmoorstraße, erhöhte den Betrag nochmals um 500 Euro. Auch aus anderen Ofenerdieker Vereinen kamen bereits Zusagen über mögliche Spenden. „Es ist damit ein deutliches Signal an die Politik und die Verwaltung der Stadt Oldenburg, dass endlich wieder der Stadtteil Ofenerdiek bei den Planungen berücksichtig wird“, erklärte Tabke.
Stadtbummel-Passagen
Mit einigen Passagen aus dem Buch „Oldenburg zu Fuß” unterhielt der Oldenburger Journalist und „Stadtbummler“ Klaus Fricke die Besucher. Seine Betrachtungen förderten nie erahnte, aber auch bekannte Seiten des Stadtteils zutage. Viele Jahre hatte Fricke in der NWZ -Kolumne „Oldenburger Stadtbummel“ berichtet.
Mit dem signierten Buch von Fricke und einem herzlichen Applaus der Gäste wurde Dieter Appel aus gesundheitlichen Gründen aus seinem Amt verabschiedet. Das Amt der Vertrauensperson im erweiterten Vorstand des Vereins bekleidete Appel seit 1995. Zu seinen Aufgaben zählten unter anderem die Betreuung der Mitglieder. Appel trat im Jahre 1981 gemeinsam mit seiner Ehefrau Lore in den Bürgerverein ein.
„Auf Dieter Appel war immer Verlass, und das wissen wir alle sehr zu schätzen”, betonte Tabke und dankte ihm für sein Engagement.
