Ganderkesee/Delmenhorst - 1967 waren es die Schreckensbilder aus Vietnam, 2017 sind es ähnliche Szenen, die sich in Syrien abspielen: Dazwischen liegt ein halbes Jahrhundert, in dem Kriege, Unterdrückung und Armut großes Leid in vielen Ländern der Welt verursacht haben – und am meisten leiden die Kinder, denen Perspektiven, Heimat, Familien, Gesundheit oder gar das Leben genommen werden. Dagegen stemmt sich das Kinderhilfswerk Terre des hommes seit 50 Jahren in Deutschland – auch hier vor Ort.

„Sie sind zwar eine kleine, aber eine starke Gruppe“, würdigte Ganderkesees stellvertretende Bürgermeisterin Christel Zießler am Freitag im Rathaus die sechsköpfige Terre-des-hommes-Arbeitsgruppe Delmenhorst-Ganderkesee. Anlass war die Eröffnung einer Ausstellung zur Geschichte und Entwicklung des Kinderhilfswerks, das am 8. Januar 1967 in Stuttgart von 40 Gleichgesinnten gegründet wurde, die zunächst den Kindern in Vietnam helfen wollten. International gibt es die in der Schweiz gegründete Organisation schon seit 1959.

Heute hat Terre des hommes deutschlandweit gut 1300 Mitglieder, die zurzeit in rund 120 Gruppen mehr als 400 Projekte für bedrohte und benachteiligte Kinder in Entwicklungsländern unterstützen. Auf zwei Säulen ruht diese Arbeit: Information und Sensibilisierung der Öffentlichkeit sowie Spendenbeschaffung für die Hilfsprojekte. Bei diesen wird besonderer Wert auf die Einbindung der Menschen vor Ort gelegt: Sie sollen lernen, selber Verantwortung für ihre Zukunft zu tragen, und nach dem „Graswurzel“-Prinzip aus vielen kleinen Pflänzchen ein funktionierendes Ganzes schaffen.

Beim Spendensammeln ist die örtliche Arbeitsgruppe zurzeit sehr erfolgreich: Rund 8000 Euro wurden mit den Aktivitäten im vergangenen Jahr eingeworben, allein 3300 Euro beim Lesefest und Bücherbasar im April und 2500 Euro mit der Aktion „Straßenkind für einen Tag“, berichtete Kassenwartin Regina Hewer, die auch Mitglied im Präsidium von Terre des hommes ist. „2016 war unser Rekordjahr“, freuen sich Hewer und die anderen.

2017 soll noch besser werden: Im Jubiläumsjahr plant die Arbeitsgruppe Ganderkesee-Delmenhorst eine besondere Spendenaktion in Form einer Herausforderung, der sich die sechs Mitglieder stellen wollen: Sie machen am 17./18. Juni beim Burginsellauf über 24 Stunden in Delmenhorst mit, wenn dafür und bis dahin mindestens 1200 Euro zusammenkommen. Spenden, die der Gruppe Beine machen, gehen mit dem Stichwort „AG Delmenhorst – 24 Stunden“ an die Sparkasse Osnabrück, IBAN DE44 2655 0105 0000 2950 55, BIC NOLADE22XXX.

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)