Oldenburg - Sie möchten die Welt retten? Interessieren sich für eine neue Wirtschaftsordnung und würden diese gerne einmal im Spaß durchspielen? Das Staatstheater bietet dafür eine mögliche Plattform. Dort erlebt das Schauspiel „Utopoly – ein Spiel mit möglichen Welten“ jetzt seine Uraufführung.
Wobei die Bezeichnung interaktives Theater oder Spieleabend vielleicht besser passt. Denn in der Exerzierhalle wird eine Art Casino eingerichtet. Es gibt drei Spielstationen, an denen Besucher willkommen sind – wenn sie denn möchten. „Man muss keine Angst vor Mitmachtheater haben. Jeder entscheidet selbst, inwieweit er sich ins Getümmel begibt oder nur zusieht“, betont Dramaturgin Daphne Ebner.
Regie und Konzept obliegen dem Theaterkollektiv „Fake to pretend“, dem Daphne Ebner seit der Gründung 2010 in München angehört, ebenso wie Benno Heisel und Simone Niehoff. Zu dritt haben sie in der Vergangenheit schon einmal ein ähnlich ungewöhnliches Projekt auf die Beine gestellt und dafür den Jurypreis bei den Bayerischen Theatertagen erhalten.
Diesmal also „Utopoly“, das nicht nur dem Namen nach an „Monopoly“ erinnert. 60 Zuschauer sind pro Vorstellung in der Exerzierhalle eingeladen, lustvoll utopische Welten zu erschaffen, die derzeit real diskutiert und teils auch realisiert werden.
Zu ihnen gehören insbesondere „Charter Cities“ (künstlich geschaffene Städte in strukturschwachen Ländern zur Armutsbekämpfung), „Seasteads“ (schwimmende Siedlungen auf dem offenen Meer) und die in Oldenburg geborene Idee der Postwachstumsgesellschaft (ein Wirtschaftssystem, das auf Entschleunigung und den Rückgang von Wachstum setzt).
Studierende der Oldenburger Universität haben dazu in den vergangenen Wochen Spielstationen entwickelt, die sie während der Vorstellung auch betreuen werden. Mit in das fiktive Szenario integriert sind sieben Schauspieler des Staatstheaters, die als Musiker (Pirmin Sedlmeir), Glücksfee (Nientje Schwabe), Moderator (Rajko Geith), Gastgeber (Johannes Lange) und weiteres Casino-Personal in Aktion treten. Zu den weiteren Schauspielern zählen Magdalena Höfner, Jens Ochlast und Klaas Schramm.
Am Ende werde es in der Hand der Zuschauer liegen, „ob die Welt untergeht oder gerettet wird“, sagt Daphne Ebner: „Jeder Abend kann ganz unterschiedlich enden.“
