Tange - Für welches Spektakel eine Dose Spinat und eine Flasche Bier sorgen können, das erlebte am Sonnabend ein gut gelauntes Premierenpublikum im ausverkauften Tanger Dörpshus. Mit Leidenschaft, viel Wortwitz, ausdrucksstarker Gestik – und als wenn sie nie etwas anderes als Theaterspielen machen würden – agierten die Laienschauspieler des Tanger Speelköppels auf der Bühne.

Alle zehn Akteure, die Routinierten wie auch Neuling Julian Wemmje, boten eine Bravourleistung. Die Zuschauer kamen von Anfang bis Ende kaum aus dem Lachen heraus und spendeten immer wieder viel Szenenbeifall. Das Lustspiel von Erhard Asmus „Wer hett, de Hett“ in drei Akten, hatte sich bereits bei der Aufführung vor 26 Jahren zu einem Klassiker entwickelt – dem steht die heutige Inszenierung in nichts nach.

Handlungsort ist der Bauernhof Kampenhoff: Kassen Struck (Ralf Hasselder) ist eingeheiratet, das bekommt er von seiner Frau Telsche (Monika Wienhold) und Schwiegermutter (Renate van Rüschen) häufiger als ihm lieb ist zu spüren. Tochter Lisa (Renate Fugel) ist mit Hans Schriever (Julian Wemmje) befreundet, der als zukünftiger Schwiegersohn aber nicht so gerne auf dem Hof gesehen wird. Weitere Arbeitskräfte sind Grootknecht Hinnerk (Torsten Taute) und Deenstdeern Jule (Carola Tiede).

Ein Lottogewinn sorgt für Unruhe, weil Telsche in ihrer Buchführung diese Summe als Fehlbetrag feststellt, ihren Mann in Verdacht hat, aber nichts nachweisen kann. Gemeinsam mit Hinnerk versteckt Kassen das Geld an einem sicheren Ort, wie er glaubt. Telsche und Oma lassen keine Ruhe auf der Suche nach dem Geld.

Steckt der Landstrieker Jochen Muhl (Enno Hasselder), der nachts in Häuser einsteigt, um Essen und Trinken zu stehlen, dahinter? Verwunderlich ist auch das Verhalten von Jule. Zu dem Durcheinander und der Jagd nach dem Geld könnten auch Landärztin Dr. Krüttkopp (Monika Fecht) und Wachtmeester Hansen (Olaf Reil) beitragen. Wie die Turbulenzen enden, ob das Geld gefunden wird und welche Bedeutung die Dose Spinat und Flasche Bier haben, das erfahren Theaterfreunde bei den kommenden Aufführungen im Tanger Dörpshus. Nur soviel: Die Lachmuskeln der Zuschauer werden wieder arg strapaziert.