[SPITZMARKE][SPITZMARKE][SPITZMARKE][SPITZMARKE]JADE/HAHN - JADE/HAHN/EB - Auch im Jahr 2005 möchte das Künstlerhaus Jan Oeltjen in Jaderberg, Bahnhofstraße 4, an einen fast „vergessenen" Künstler der Region erinnern. Der viele Jahre in Hahn lebende Maler und Graphiker Wilhelm Tegtmeier (1895 – 1968) hat ein umfangreiches Werk hinterlassen, das heute noch nur wenigen Kunstliebhabern bekannt ist.

Das Leben Tegtmeiers spiegelt die Geschichte unseres Landes in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts genau wieder. Nach dem Abitur (1913) fährt er als Schiffsjunge und Leichtmatrose zur See. 1915 erfolgte die Einberufung zum Kriegsdienst.

Ab 1918 studiert Wilhelm Tegtmeier an der Kunstgewerbeschule in Hamburg. Als Lehrer und Kunsterzieher ist er an verschiedenen Schulen tätig, bis er 1924 zunächst in Hahn, später unter anderem in Hamburg und Osnabrück lebt. Auch Tegtmeier konnte sich den Verirrungen und Verlockungen des Nationalsozialismus nicht völlig entziehen. Nach der Lehrtätigkeit an der Norddeutschen Akademie in Bremen wird Tegtmeier 1942 Professor an der Hochschule für Kunsterziehung in Berlin. Bei einem Bombenangriff auf Berlin (1944) gehen viele Teile seines Frühwerks unwiederbringlich verloren.

Nach Kriegsende zieht er zunächst wieder nach Hahn und lebt dann bis zu seinem Tod im „Schäfermoorhaus“ in Nethen. Da er in den ersten Nachkriegsjahren von seiner Kunst nicht leben kann, fährt er zeitweise als Steuermann auf Fischtrawlern.

In den 50er Jahren bekommt er viele Aufträge für „Kunst am Bau“ (u.a. ein Mosaik im Dangaster Schöpfwerk). Parallel dazu wendet er sich vermehrt der Druckgraphik zu. Nach seinem Tod (1968) hinterlässt er viele mit altmeisterlicher Technik hergestellte Holzschnitte, von denen das Künstlerhaus Jan Oeltjen einen Ausschnitt zeigt.

Das Künstlerhaus Jan Oeltjen bedankt sich beim Stadtmuseum Oldenburg und bei dem Schleswig-Holsteinischem Landesmuseum Schloß Gottorf für die Leihgaben. Ein Dank geht ebenso an die Familie Hümme, die den Nachlaß Tegtmeiers liebevoll bewahrt und pflegt. Die Familie hat dem Künstlerhaus durch Leihgaben und mit vielen interessanten Hinweisen bei der Organisation der Ausstellung geholfen. Die Ausstellung wird durch die Aalke Steffens-Claussen Stiftung gefördert.

„Das druckgraphische Spätwerk“ von Wilhelm Tegtmeier ist bis zum 8. Mai freitags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet sowie nach Vereinbarung ( 04454/8229).

Mehr Infos unter

www.kuenstlerhaus-jan-oeltjen.de