Lemwerder - Vor ihrer Abreise nach Australien durfte die ehemalige FSJ-lerin Mona Kimmer noch einmal gekonnt das Publikum der Begu begrüßen. Danach folgten Dunkelheit, Scheppern, Klirren und die Geräuschkulisse von Rettungssanitätern, die sich verzweifelt um das Leben von Fatih Cevikkollu bemühten, der mit seiner Show „Fatih unser“ zu Gast war. Anschließend stand der Komiker, Schauspieler und Kabarettist ganz in Weiß vor dem voll besetzten Saal und brachte das Publikum mit seinem Dasein zwischen Himmel, Hölle und Leben zum Lachen.

Verzweifelt versuchte er, während seiner Show den „Herrn“ zu überzeugen, dass seine Zeit noch nicht gekommen sei. Es musste eine Verwechslung sein, denn „schließlich sehen von oben alle Türken gleich aus und er hat Frau und Kind, stets den Müll getrennt und nie FDP gewählt“ versuchte er dem „Herrn“, welcher Religion auch immer, klar zu machen. Fatih Cevikkollu genoss es am Sonnabend, möglichst viele Klischees zu bedienen, die sich sowohl an die „skodafahrende“ Lehrerin als auch an den Moslem richteten.

Mit Sprüchen, wie man ihn aus „Alles Atze“ kennt, startete er bei menschlichen Äußerlichkeiten und versuchte so das Publikum auf seine Seite zu bringen. Spitzzüngig attackierte er Kettenraucher Helmut Schmidt, lästerte über den jüngst verliehen Friedensnobelpreis genauso ab wie über „Bundeskasperkandidat“ Peer Steinbrück und die Ministerpräsidenten „fremder Mächte“, Seehofer und Erdogan.

Der Schauspieler suchte den Kontakt zum Publikum. Dass aber fast keiner der Zuschauer in dem sozialen Netzwerk „Facebook“ aktiv ist, hatte er allerdings nicht erwartet. Dass es alles andere als „sozial“ ist, wenn man seine Zeit alleine und stumm „online“ verbringt, war dem Publikum in Lemwerder offensichtlich schon lange klar. Spaß hatten die Besucher an den Erkenntnissen des Kabarettisten trotzdem. Die ausführlich geschilderten Vaterfreuden bildeten mit viel Gestik und Mimik den Schluss der Show.