Hude/Stenum - So viele Verletzungen auf einmal gibt es im Krankenhaus Stenum wohl nur selten zu versorgen: Ein gebrochener Rüssel, ein verstauchter Flügel, ein blutender Schnabel – 15 tierische Patienten mussten am Donnerstag vom Klinik-Personal behandelt werden. „Henry“ hatte es ganz schlimm erwischt: Die Pfote hatte sich der kleine Stoff-Hund gebrochen. Sein Besitzer Louis (5) erklärte: „Der hat zu wild getobt.“ „Da kommt jetzt ein Verband drum“, sagte Klinik-Praktikantin Jule Sölbrandt. Louis durfte sogar die Farbe auswählen. Rote und blaue Verbände waren an diesem Morgen die Renner bei der „Teddy-Sprechstunde“ im Stenumer Krankenhaus. 15 Kinder der Gruppe „Kiga-Club“ des Kindergartens „Villa Kunterbunt“ aus Hude erkundeten mit ihren kuscheligen Begleitern die Klinik.
Doch mit einem Verband war es nicht getan: Den kleinen Dinosauriern, Elefanten und Hühnern wurde auch noch Blut abgenommen. Nachdem die tierischen Patienten versorgt waren, ging es in den Röntgenraum. Hausmaskottchen „Hermine“ klagte über Bauchschmerzen. „Oh, oh“, stellen die Kinder fest, als sie die Röntgen-Aufnahmen sehen, „Hermine hat eine Büroklammer verschluckt.“ „Die macht immer so einen Blödsinn“, berichtete Carmen Breuer, Assistentin der Geschäftsführung, „aber das kriegen wir wieder hin.“
„Wir wollen den Kindern zeigen, dass man keine Angst vor dem Krankenhaus haben muss“, erklärte Breuer. Angst hatte der fünfjährige Louis keine. „Ich war schon zweimal im Krankenhaus“, erzählte er, „und ich war tapfer.“ Für seinen Freund Jeremy ist die Klinik Neuland. „Ich hatte ein bisschen Angst, aber das ist ja alles gar nicht schlimm“, resümierte der Fünfjährige.
Vor dem Besuch hatten sich die Kinder mit den Themen „Knochen“, „Organe“ und „Blutkreislauf“ beschäftigt, berichtete Erzieherin Regina Brandt. Einmal pro Jahr unternehme die „Villa Kunterbunt“ mit den Kindern, die noch im selben Jahr eingeschult werden, den Ausflug zur „Teddy-Sprechstunde“.
Für besondere Tapferkeit gab es zum Schluss für alle Kinder eine Urkunde. Dann folgte eine Überraschung: Die kleinen Besucher durften eine Spritze ohne Nadel mitnehmen. Pflegedienstleiterin Ingeburg Masukowitz hatte ein Wasserglas zur Hand, so dass die Kinder direkt testen konnten, wie weit man mit dem Geschenk spritzen kann. Die Gruppe bedankte sich mit einem Gedicht: „Ich bin klein, ich bin schlau, kenne meinen Körperbau...“
