Huntlosen - Sie sind krumm und schief und uralt, die Dachsparren über dem Kirchenschiff der St. Briccius Kirche in Huntlosen. Die Balken aus dem Mittelalter, zusammengehalten von uralten hölzernen Nägeln, werden auch viele weitere Jahre das Dach des Gotteshauses tragen. Dafür sorgen derzeit Handwerker, die die schadhaften Stellen der Dachkonstruktion restaurieren. Der Holzwurm hat sich in einigen Bereichen breitgemacht, wie Artur Saathoff, Architekt und Bauleiter beim Büro Angelis & Partner, berichtete.
Saathoff ist Spezialist für historische Bausubstanz. Als die Kirchengemeinde um ein Gutachten bat, weil sie eigentlich im Innern etwas machen wollte, wurde sehr schnell klar, dass zunächst die äußere Hülle der um das Jahr 1250 geweihten Kirche einer gründlichen Sanierung bedarf. Rund 120 000 Euro kosten die Maßnahmen, die die Kirchengemeinde aus Eigenmitteln und mit Zuschuss aus EU-Töpfen finanziert.
Neben der Reparatur der höheren Dachkonstruktion und der Dacheindeckung, wird auch das Außenmauerwerk saniert. Alle Holzteile, wie Gesimse, Fenster und Türen werden gestrichen. Die Blitzschutzanlage wird überprüft. Und natürlich werden die historischen Befunde auch dokumentiert.
Erstmals erhält die Kirche Dachrinnen und Fallrohre, um das Regenwasser gezielter ableiten zu können. Es lief bislang einfach so vom Dach und durchnässte das Außenmauerwerk.
Um künftig öfter einmal einen Blick auf die Dachkonstruktion werfen zu können, wurde ein neuer Steg über dem Kirchenschiff fest installiert. Er erlaubt auch einen seltenen Blick von oben auf die aus nur 14 Zentimeter dicken Klosterformatsteinen gemauerten Kirchenkuppeln von St. Briccius. Zwischen den Kuppeln, in den so genannten „Zwickeln“ fand der Architekt reichlich Bauschutt aus Dachsanierungsmaßnahmen früherer Jahre. Der Schutt, rund 13 Kubikmeter, wurde abgetragen, um das Gewölbe zu entlasten.
Sechs Handwerksfirmen aus der Region, die sich bestens auskennen, sind mit den Arbeiten beauftragt. Im Juni wurde begonnen, im November soll das Projekt abgeschlossen sein. Die äußere Hülle soll dann wieder fit sein für die nächsten 30 bis 50 Jahre.
