ST. PETERSBURG - Die Geburtskirche Jesu und der Pilgerweg in Bethlehem sind überraschend als Welterbe der Unesco anerkannt worden. Das Welterbe-Komitee stimmte am Freitag in St. Petersburg mehrheitlich für den Eilantrag der Palästinenser zur Aufnahme der Stätten in die begehrte Liste einzigartiger Schätze der Menschheit. Aus Deutschland machten sich das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth und die kurfürstliche Residenz in Schwetzingen Hoffnung auf den begehrten Welterbe-Titel. Eine Entscheidung wird für diesen Sonnabend erwartet.

Bethlehem liegt im israelisch besetzten Westjordanland südlich von Jerusalem. Der Welterbetitel für die Palästinenser gilt als weiterer Triumph bei ihren Autonomiebestrebungen.

Insgesamt gab es mehr als 30 Antragsteller. Die Palästinenser sprachen umgehend von einem „historischen Tag für die Gerechtigkeit“. „Das palästinensische Volk feiert diese Entscheidung als einen Augenblick nationalen Stolzes und Anerkennung seines reichen und einzigartigen Erbes und seiner Identität“, sagte das führende Mitglied der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO, Hanan Aschrawi, in Ramallah.

Die Kirche in Bethlehem wurde über jener Grotte gebaut, in der gemäß Überlieferung Jesus Christus geboren worden sein soll. Experten hatten allerdings keine Empfehlung für den politischen Antrag gegeben. Auch Deutschland lehnte die Dringlichkeit ab.