Oldenburg - Das Oldenburgische Staatstheater wollte am 19. Juni 2014 ein Stück mit dem Titel „Blankenburg“ im Kloster Blankenburg bei Oldenburg aufführen. Doch der Eigentümer, der zunächst seine Zusage gegeben hatte, zog diese nun überraschend zurück, wie Oldenburgs Generalintendant Markus Müller am Montag mitteilte. Das Stück wird nun am 19. Juni auf einer Probebühne des Staatstheaters gezeigt.
Schuld habe, so Müller, die TAG Gewerbeimmobilien GmbH in Hamburg unter ihrem Vorstandsvorsitzenden Rolf Elgeti. Das Unternehmen habe erst zugestimmt und sogar Begehungen zugelassen. Später habe man versicherungsrechtliche Bedenken angeführt. Müller vermutet, der wahre Grund könnte ein negatives Image des Ortes sein, wodurch die Immobilie nicht mehr oder nur schwer verkäuflich sei. Die TAG Gewerbeimmobilien GmbH in Hamburg blieb auch am Montag auf Nachfrage bei ihrer Absage.
Die Uraufführung des dokumentarischen Theaterstückes „Blankenburg“ sollte gleichzeitig der Aufarbeitung der Geschichte des Ortes dienen. Das ehemalige Kloster diente seit Jahrhunderten vor allem als Ort der Ausgrenzung und Isolation. Lange wurde das Kloster als Lager für Pestkranke genutzt, im 17. und 18. Jahrhundert für Geisteskranke, später gab es die Bezeichnung „Siechen- und Irrenhaus“.
Im 20. Jahrhundert wurde das Gelände als psychiatrische Anstalt weitergeführt. Von 1935 bis 1937 wurde es ein SA-Arbeitslager mit Euthanasie-Aktionen, gegen Ende des Zweiten Weltkrieges ein Lazarett und nach 1949 Altenheim und psychiatrische Einrichtung. Nach den 1980er Jahren diente das Gelände als Aufnahme-Einrichtung für DDR-Bürger, Übersiedler und bis 2008 für Asylbewerber.
