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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Musik: Verschrobener Professor mit Paukenschlag geweckt

27.11.2017

Oldenburg Wenn bei den Familienkonzerten des Staatstheaters Professor Florestan (Intendant Christian Firmbach) und Maestro Eusebius (Thomas Honickel) für Jung und Alt die Musik eines berühmten Komponisten aufbereitet mitbringen, dann fängt alles immer mit einem ebenso großen wie alten Koffer an.

Der etwas verschrobene Professor schlief am Sonntagmittag noch hinten auf der Bühne, die Füße auf einen alten Koffer gelegt. Joseph Haydns berühmte Wachmacher-Sinfonie „Mit dem Paukenschlag“ weckte ihn unsanft auf und er erzählte, wie er diesmal an den Koffer gekommen sei: Er habe ihn günstig in London bei Sotheby’s ersteigert. Der Koffer sei von Haydn, aber niemand wisse, was sich in ihm befinde.

Anhand von alten Gegenständen aus Haydns Besitz erzählte der Professor von wichtigen Stationen in Haydns Leben. Maestro Eusebius fand zu den Geschichten und Artefakten die passenden Musikwerke von Haydn, die in Ausschnitten vom gut aufgelegten Oldenburgischen Staatsorchester gespielt wurden.

Natürlich steht beim Vater der modernen Sinfonie die Sinfonie im Zentrum. Viele Sinfonien haben populäre Beinamen. Die Sinfonie „Mit dem Paukenschlag“ sollte tatsächlich schläfrige Konzertbesucher wecken, die Sinfonie „Die Henne“ lässt das herumlaufende und Körner pickende Federvieh hören, das Haydn vom Bauernhof auf Schloß Esterhaza her kannte. Die „Abschiedssinfonie“, bei der nach und nach alle Orchestermusiker aufstehen und weggehen, sollte seinen Arbeitgeber, Fürst Esterhazy, daran erinnern, dass auch Musiker mal Urlaub brauchen.

Haydn, das wurde schnell klar und das brachte ihm die Sympathien der vielen begeistert zuhörenden Kinder ein, war schon ein witziger Bursche, der nicht mal davor zurückschreckte, einem Mitschüler mitten im Unterricht den Zopf abzuschneiden. Und da Kinder gern beschäftigt sein wollen, gab es Musikstücke zum Mitmachen: Auf die Melodie unserer Nationalhymne, komponiert von Haydn, sangen Kinder und Erwachsene den ursprünglichen Text aus vollem Hals: „Gott erhalte Franz den Kaiser, unseren guten Kaiser Franz“.

Schwieriger wurde es bei der Sinfonie „Die Uhr“. Gleich drei unterschiedliche Uhrentakte sollten vom in drei Gruppen aufgeteilten Publikum zum Erklingen des Sinfonie-Ausschnittes im Orchester gehalten werden. Das war gar nicht so einfach, machte aber jede Menge Spaß.

Im Koffer befand sich nicht nur Plunder, sondern auch eine sprechende Marionettenpuppe, die den Hanswurst in Haydns Marionetten-Oper „Die Feuersbrunst“ gespielt und getanzt hatte. Hanswurst, der keck Maestro Eusebius und selbst das Publikum doof fand, zeigte nach einem Vierteljahrtausend einem ganz begeisterten Publikum, was er tänzerisch und pantomimisch drauf hat. Und leider auch sein Popeln in der Nase.

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