Oldenburg - Der erste Opernball vor einem Jahr war ein sensationeller Erfolg. Kann die zweite Auflage die hohen Erwartungen erfüllen? Nicht wenige Besucher, die am Samstagabend zum zweiten Opernball gekommen waren, stellten sich diese Frage.

Generalintendant Christian Firmbach war sich der Herausforderung bewusst und hatte im Vorfeld betont: „Wir können das Rad nicht neu erfinden, haben aber Ideen, wie wir den ersten Opernball toppen können.“

Den Besuchern bot sich erneut ein prachtvolles Bild. Das Theater war aufwendig dekoriert. Der Hausherr begrüßte alle Gäste mit Handschlag. Theater-Mitarbeiterinnen, die in langen Kleidern den Aufgang zum Parkett säumten, vermittelten Schloss-Atmosphäre. Die gute Organisation zeigte sich bereits beim reibungslosen Empfang.

Die Gala von Orchester und Solisten des Staatstheaters unter Leitung von Hendrik Vestmann war ein erster Höhepunkt und brachte die Besucher in Hochstimmung. Unter den vielen exzellenten Beiträgen stach Paulo Ferreiras Interpretation von „Nessun dorma“ hervor. Wann hatte man die berühmte Arie von Giacomo Puccinis Oper Turandot zuletzt so intensiv und strahlend gehört? Allein für dieses knapp einstündige Konzert hatte sich das Kommen bereits gelohnt.

Musikalisch ging es mit der Chris Genteman Group auf höchstem Niveau weiter. Firmbach hatte die Tanzband bereits nach dem fulminanten Auftritt im Vorjahr erneut verpflichtet. Vielfältig bei den Stilrichtungen, perfekt im Vortrag, angenehm in der Bühnenperformance: Für Tänzer und Zuschauer war der Auftritt ein Hochgenuss. Die wunderbare Tanzfläche – die Bühne des Großen Hauses – war bis fünf Uhr bevölkert.

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Weitere musikalische Glanzpunkte setze unter anderem die achtköpfige Top Dog Brass Band, die durchs Haus zog und gute Laune verbreitete. Beim Mitternachtsspezial überraschten der Auftritt von Basketsspielern, die sich im Rhythmus der Musik Bälle zuspielten, eine atemberaubend gelenkige Artistin Sharyn Monni in einer Kuppel über der großen Bühne, Solisten, „You’ll Never Walk Alon“ zum Mitsingen – das Programm überschlug sich in diesem Moment.

Christoph Kiefer
Christoph Kiefer Reportage-Redaktion (Chefreporter)