Stadland/Petit-Caux - Zehn Schirme mit Motiven aus der Wesermarsch werden ab sofort den Bürgern in Petit-Caux bei regnerischem Wetter Schutz bieten. Denn diese hatte Petra Leifert, Vorsitzende des Freundeskreises Petit-Caux, bei der jüngsten Schnupper- und Wiedersehensfahrt des Freundeskreises im Gepäck und überreichte sie dem Bürgermeister der Partnergemeinde, Patrick Martin. „Im Rathaus in St. Martin-en-Campagne, das zurzeit renoviert und vergrößert wird, könnten diese Schirme als Leihschirme Verwendung finden“, erzählt Petra Leifert.

Insgesamt 39 Personen machten sich dieses Mal mit Bus und privat Fahrzeugen auf den Weg in die französische Partnergemeinde, um diese kennenzulernen oder dort die französischen Freunde zu besuchen.

Elf Teilnehmer waren zum ersten Mal mitgefahren. Darunter zum Beispiel der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Stadland, Walter Damken. Virieskin Javier del Toro Rodriguez und Renate Schmitt hatten sich mit Bildern an der Ausstellung beteiligt, die in jedem Herbst im Dorfgemeinschaftshaus von Biville-sur-mer gezeigt wird. Petra Leifert hatte die Werke im September nach Frankreich gebracht. Nun waren die beiden Künstler neugierig auf die Partnergemeinde geworden und waren deshalb ebenfalls mitgereist.

Lehrerin Christiane Walleit-Plaschke ist auf der Suche nach einer Partnerschule für einen Schüleraustausch der Oberschule Rodenkirchen und konnte so während der Fahrt direkt Kontakt zu ihren Helfern im französischen Partnerschaftskomitee aufnehmen.

Zum Empfang der Gäste aus Stadland hatten die französischen Freunde ein reichhaltiges Buffet aus vielen selbst gemachten Leckereien zusammengestellt. Neben Freizeit in den befreundeten Familien standen auch wieder einige Ausflüge auf dem Programm. So konnten die Teilnehmer natürlich die Bilder- und Skulpturen-Ausstellung in Biville-sur-mer besuchen, in der auch die Werke von insgesamt sechs Künstlern aus der Wesermarsch zum Thema „Der Planet der Tiere zwischen Symphonie und Licht“ zu sehen sind.

„Inzwischen Tradition bei unseren Besuchen ist es, den Wochenmarkt in Dieppe zu besuchen“, erzählt Petra Leifert. Mit dieser Tradition wollte auch diese Reisegruppe nicht brechen. Nach dem Marktbummel nutzten viele Teilnehmer die Möglichkeit, die Gedenkstätte der Operation Jubilee zu besuchen. Während des Zweiten Weltkrieges griffen die West-Alliierten mit 7500 Soldaten die von den Deutschen besetzte normannische Küste bei Dieppe an. „Der Landungsversuch endete in einer Katastrophe mit über 1000 Toten und über 2000 Gefangenen“, berichtet Petra Leifert.

Ebenfalls auf dem Programm stand ein Tagesausflug in die Hafenstadt Le Havre. Dort nahmen die Stadlander an einer Hafenrundfahrt auf einem Ausflugsschiff teil. Am Nachmittag unternahmen die Teilnehmer in kleinen Gruppen Stadtführungen durch Le Havre.

Die Stadt ist nach dem Konzept des Architekten Auguste Perret nach dem zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut worden. In dem Konzept überwiegen geometrische Formen. „Das innere Dreieck von Le Havre gehört seit dem 15. Juli 2005 zum Weltkulturerbe der Unesco“, berichtet Petra Leifert. Den letzten Abend des Ausflugs verlebten die Teilnehmer dann wieder mit den französischen Familien, bevor sie wieder in Richtung Stadland aufbrachen.

In der Adventszeit steht dann der Gegenbesuch der französischen Freunde an. Auch hier ist ein buntes Programm geplant. Unter anderem sollen der Landfrauenmarkt in Seefeld und der Weihnachtsmarkt in Rodenkirchen besucht werden.

Merle Ullrich
Merle Ullrich Redaktion Brake