Oldenburg - Musik und Mode, Tanz und Talk, Comedy und kulinarische Appetithappen: Vieles aus dem Programm der Türkei-Begegnungen klang beim Eröffnungsabend am Montagabend an. Das Staatstheater bot den festlichen Rahmen für die Auftritte von Künstlern wie Jazzsängerin Defne Sahin, Model Sifa Cakarer und Schauspieler Cem-Ali Gültekin („Tatort“). Konzerte, Lesungen, Diskussionsrunden und weitere Veranstaltungen beleuchten in den kommenden Monaten die deutsch-türkischen Beziehungen und die Verbindung zu Oldenburg.

Der Botschafter der Republik Türkei in Deutschland und amtierende Kohlkönig, Hüseyin Avni Karslioglu, hatte zuvor den Wert der Oldenburger Initiative unterstrichen. Der Austausch fördere Verständnis und Wertschätzung. „Oberbürgermeister Gerd Schwandner schaut sehr früh und weit in die Zukunft mit seinem Engagement für internationale Beziehungen“. Als gut bewertete Karslioglu die Einbindung der türkischen und türkischstämmigen Bürger in die Stadt. „Die Gemeinde ist froh, dass der Bau der Haci Bayram Moschee an der Emsstraße ganz ohne Zwischenfälle verlief“, berichtete der Botschafter von seinem Gespräch mit Vertretern der Türkisch-Islamischen Gemeinde.

Als Wunsch deutete der Diplomat an, Kinder in türkischer Sprache zu unterrichten – in Kindergarten und Schule.

Die Kritik von Bundespräsident Joachim Gauck an Defiziten bei der Informationsfreiheit und der Unabhängigkeit der Justiz kommentierte der Botschafter zurückhaltend. Die Demokratie sei ein hohes Gut. Es gebe stets Verbesserungsmöglichkeiten – genau wie in anderen Ländern. Restriktionen gegen soziale Netzwerke begründete Karslioglu mit Verunglimpfungen, gegen die sich Betroffene mit juristischen Mitteln gewehrt hätten. „Die Medien“ hätten positiven Aspekten von Gaucks Reise – an der Karslioglu teilgenommen hat – nicht die gleiche Aufmerksamkeit geschenkt wie Gaucks Kritik.

Christoph Kiefer
Christoph Kiefer Reportage-Redaktion (Chefreporter)