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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Sinfoniekonzert: Mit jugendlichem Elan den Saisonauftakt gemeistert

27.09.2017

Wilhelmshaven Es war ein spektakulärer Start in die neue Sinfoniekonzert-Saison. Nicht nur, weil fast 100 junge Musikerinnen und Musiker die Bühne der Wilhelmshavener Stadthalle füllten, sondern auch wegen des Programmes, das sich Jukka-Pekka Saraste für das Konzert mit der Jungen Deutschen Philharmonie ausgedacht hatte.

Der in Finnland geborene Stardirigent eröffnete das Konzert, im Strahlglanz einer Lichtsäule stehend, mit einem Werk seiner Landsmännin Kaija Saariaho (geb. 1952), das Akustik und Optik miteinander verbindet. Struktur gab diesem stark von einer intensiven Klangfarben-Harmonik bestimmten Werk mit dem Titel „Laterna magica“ ein von Matthias Rieker inszeniertes Farbspektakel, das von zunächst gleißend weißen Lichtspots über ein grelles Lila zu einem warmen Orange wechselte. Es war allerdings schwer zu beurteilen, ob die Farbwechsel auch als Paradigmenwechsel in der Musik zu verstehen waren. Besonders auffallend in diesem Klang- und Farbenspektakel waren verschieden ausgeführte Glissandi der Streicher, die dem Werk esoterische Züge verliehen.

Anders als sein Landsmann Rachmaninow, der mit Nachdruck die Schwermut der russischen Seele in seinen Klavierkonzerten zu Ton kommen lässt, geht Sergej Prokofjew in seinem Klavierkonzert Nr. 3 in C-Dur weitaus weniger pathetisch vor. Das Klavier gleitet hier von einem Lauf in den nächsten, mal minimalistisch gegliedert, mal perlend und von aller Mühsal befreit.

Tzimon Barto meisterte diese Passagen mit Akribie und virtuoser Präsenz. Gleichwohl kommt bei Prokofjew die Melodik nicht zu kurz. Das Werk, dessen Variationssatz von einem schönen, leicht schrägen Thema eingeleitet wird, endete im Allegro ma non troppo furios und euphorisch zugleich mit einer packenden Stretta.

Nach der Pause erklang Carl Nielsens Sinfonie Nr. 4 op. 29, die den Beinamen „Das Unauslöschliche“ trägt. Ein Werk voller Energie und Lebensfreude, ein Kolossalgemälde, in das kammermusikalische Elemente wie Intarsien eingebettet sind; und ein Werk, das ständig im Fluss ist, auch über die einzelnen Satzenden hinaus. Die jungen Musiker meisterten diese grandiose Sinfonie makellos und mit jugendlichem Elan: mit unermüdlicher Intensität bei den Streichern und klangschönen Solo-Einlagen der Bläser. Sozusagen mit „Pauken(wirbel) und Trompeten“ steigert sich die Sinfonie am Ende in einen Klangrausch, der das Publikum zu begeistertem Applaus animierte.

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