Bösel - Den neuen Kreisverkehrsplatz an der Friesoyther Straße soll eine Stehle im Mittelkreis zieren: Lebensgroße Figuren aus Stahl sollen Platz nehmen. Die Planungen, mit denen sich der Arbeitskreis für die Dorferneuerung in den vergangenen Monaten beschäftigt hatte, ist am Mittwochabend im Ausschuss für Wirtschaft, Umwelt, Planung, Bau und Verkehr vorgestellt worden. Die Ausschussmitglieder sprachen sich für die Umsetzung aus, äußerten aber unisono Kritik an den Vorgaben, die für die Kreiselgestaltung gemacht worden waren.
„Hier ist nicht möglich, was nur wenige Kilometer weiter gebaut werden darf“, kritisierte Bürgermeister Hermann Block. Gemeint damit sind vor allem Fahnenmasten, die der Bürgermeister gerne im Kreisel aufgestellt hätte. Die Verkehrskommission des Landkreises hatte einen Abstand von 7,50 Metern vom Fahrbahnrand zu den Masten gefordert. Dann würden sie dicht gedrängt um die geplante Stele stehen. Zudem würden die Fahnen die Verkehrsteilnehmer ablenken, begründete die Kommission die Ablehnung.
Es sei ein „verträglicher Kompromiss“ gefunden worden, gab sich der Bürgermeister aber versöhnlich. Die beiden Figuren sollen dem Holzschuhmacher Alwin Nording und Caspar Pleye, dem ehemaligen Vorsitzenden des Heimatvereins und „Moorgeist“, nachempfunden werden. Die lebensgroßen Figuren haben Spaten in den Händen, die auch auf dem Gemeindewappen zu finden sind. Ebenfalls in Anlehnung an die Geschichte werden die Figuren auf einem Ziegelsteinsockel stehen. Um die Farbe aus dem Wappen aufzugreifen, könnten im Sommer rote und gelbe Blumen gepflanzt werden.
Umgeben werden sollen die Figuren zudem mit einer Rotbuchenhecke, die einen Abstand von einem Meter zum Fahrbahnrand haben soll. Die Figuren sollen außerdem bei Nacht beleuchtet werden können. Hohlrohre für die Verkabelung sind beim Bau des Kreisverkehres bereits berücksichtigt worden.
Der Entwurf für die Gestaltung kommt aus der Feder des Böselers Herbert Bley. Denkbar sei, so Bürgermeister Block, dass sich Elemente der Gestaltung etwa am Heimathaus oder an einer Schule wiederholen würden.
Als „gelungenes Werk“ sieht CDU-Fraktionschef Heiko Thoben den neu geschaffenen Kreisverkehr an. Auch die Gestaltung halte er für eine gute Idee. Nicht verstehen könne er jedoch, dass „uns Steine in den Weg gelegt werden“. Martin Meinerling (Bündnis Bösel) stieß ins gleiche Horn.
Die Kosten für die Gestaltung belaufen sich auf rund 20 000 Euro. Erfreulich: Die Gemeinde hat Dorferneuerungsmittel beim Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung beantragt und in Höhe von rund 10 000 Euro genehmigt bekommen. Die Auszahlung erfolgt im kommenden Jahr.
