STAPELFELD - „Es waren keine Winnetous, und Häuptlinge waren auch nicht alle“, macht Heinrich Siefer von der Katholischen Akademie Stapelfeld zu Beginn der sechsten plattdeutschen Familienfreizeit mit dem Thema „Indianer“ klar. Vermittelt werden soll vor allem die Geschichte der Indianer. Dafür haben die Verantwortlichen schon einmal drei Indianerzelte im Garten der Akademie aufgebaut. Rund 20 Kinder spielen rund um ein Lagerfeuer, irgendwo steht auch Tdom Bah Todem Xkee. So jedenfalls lautet der indianische Name des echten Kiowa-Indianers aus Oklahoma (USA).

Die erste Lektion: Einfach ein Indianerzelt betreten – das geht nicht. Zunächst muss also das Zelt nach Indianer-Art geweiht werden. Das erledigt Karl-Heinz Peper aus Detern. „Bevor ein Zelt nicht eingeweiht ist, betritt es kein Indianer“, sagt der Heilpraktiker mit der Trommel, der indianische Heilkunst mit ostfriesischer Kräuterkunde verbindet. Er habe sich bei mehreren Aufhalten bei Indianern in Kanada die Heilkünste angeeignet, sagt er, bevor er die Wirkungsweise einiger Kräuter erläutert. Große Blätter, informiert Peper, benutzten die Indianer als Toilettenpapier, mit „Rainfarn“ könne man sich einreiben und sich so vor Mückenstichen schützen.

Bevor die Kinder also in das Indianerzelt eintreten können, müssen sie Kräuter und Mais sammeln. Auf einer Schnur werden die Pflanzen aufgehängt und anschließend um das Zelt gewickelt. Danach erzeugt Peper in einer Schale ein Rauchfeuer, das – gefolgt von den Kindern – ins Zelt transportiert wird. Hier erzählte er Geschichten über die Indianer. Anhand von Bildern erklärt der „Medizinmann“ den Aufbau eines Totempfahls, von denen er selber zwei Zuhause habe.

Wie es sich für eine plattdeutsche Familienfreizeit gehört, werden die Erklärungen in plattdeutscher Sprache abgegeben. „Das war überhaupt kein Problem, die Kinder lernen schnell“, sagt später Heinrich Siefer, der die Ferienfreizeit mit Unterstützung der Oldenburgischen Landschaft durchgeführt hat.

Die Kinder, die mit Eltern und Großeltern aus Wildeshausen, Löningen, Damme, Oldenburg oder Varel gekommen waren, lauschten zum Abschluss des Abends den indianische Liedweisen, die Tdom Bah Todem Xkee auf einer Flöte zum Besten gab.