Stapelfeld - Die Suche nach Frieden steht im Mittelpunkt des 101. Deutschen Katholikentages vom 9. bis 13. Mai 2018 in Münster. Zur Oldenburger Auftaktveranstaltung hatte Weihbischof Wilfried Theising in die Katholische Akademie Stapelfeld eingeladen. Mit knapp 200 Gästen feierte er einen Gottesdienst in der Kirche Hl. Kreuz. Im Anschluss folgte ein Podiumsgespräch, bei dem Dietmar Kattinger, Pressereferent des Landes-Caritasverbandes, und Dr. Christof Haverkamp, Chefredakteur der Bistumszeitung Kirche und Leben, dem Vechtaer Offizial persönliche Ansichten zum Frieden entlockten. Alle Teilnehmer mit „friede“ in Namen bekamen ein Freiticket für den Katholikentag.

„Wilfried ist ihr Vorname, das heißt: der den Frieden will. Nach welchem Frieden sehnen Sie sich?“, fragte Kattinger den Weihbischof. Er habe eigentlich Bernhard heißen sollen, schmunzelte dieser. Heute freue er sich aber sehr über den Namen, denn er sei Programm und müsse nicht erklärt werden. In den Bereichen, wo er Verantwortung habe, setze er sich immer für Frieden ein. Was er einem Mann wie Donald Trump sagen würde, wolle Kattinger wissen. „Ich würde ihm Fragen stellen“, meinte Theising. „Wie sehr er wirklich den Frieden will. Vor allem im eigenen Land.“ In nur einem Jahr habe er unfassbar viel Unfrieden in das eigene Land gebracht. „Für uns als Christen ist es eine Pflicht, den Weltfrieden in den Blick zu nehmen. Weil Gott Mensch geworden ist, hat er Interesse an jedem Fleck der Erde.“

Wie es Theising mit Frieden in schwierigen Situationen halte, wollte Haverkamp wissen. Mit Pfarreifusionen habe er nichts mehr zu tun gehabt. Was ihn aber momentan viel bewege, sei die Krise des Delmenhorster Krankenhauses und seiner Mitarbeiter, erklärte der Weihbischof. Gerade erst habe er sich mit der Mitarbeitervertretung getroffen. Es mache keine Freude, dabei sagen zu müssen, dass die Kirche kein Geld in das Krankenhaus stecken könne und dürfe. Doch in seiner Position könne er keine Rosinenpickerei betreiben und nur die angenehmen Momente genießen.

Zum Spannungsfeld Tierschutz und Landwirtschaft meinte der Weihbischof, dass er viele Gespräche mit Landwirten geführt habe. Viele stünden unter großem Druck und litten darunter. Er hoffe, dass Lösungen gefunden würden. Das würde aber Änderungen in der Tierhaltung voraussetzen, damit jeder guten Gewissens Fleisch essen könne. Gefragt zum Friedensgruß im Gottesdienst räumte Theising ein, dass dieser bei einigen Gläubigen Vorbehalte erzeuge. „Doch ich halte ihn für ein echtes Zeichen. Menschen nehmen sich gegenseitig wahr und gehen aufeinander zu. Das ist doch sehr positiv.“