STEINHAUSEN - „Wir sind eine Welt“ steht auf dem Plakat, mit dem die Nachwuchsreiter des Reitclubs Friesische Wehde auf ihr Anliegen aufmerksam machen wollen. Sie fühlen sich nämlich durchaus dem Schicksal von Kindern und Jugendlichen in der Dritten Welt verpflichtet. Über die Kindernothilfe wollen sie sich engagieren und eine Patenschaft für ein Kind aus einem armen Land übernehmen. Mit jährlich 380 Euro kann einem Kind in der Dritten Welt geholfen werden: Schul- und Berufsausbildung sind mit geringen Beträgen zu finanzieren. Deshalb bitten die Nachwuchsreiter des Reitclubs Friesische Wehde auch um Unterstützung der NWZ -Leserinnen und Leser. Wenn sie nämlich als „Verein des Monats“ gewählt werden, wollen sie die ausgelobte Prämie von 1000 Euro als Grundstock für eine Patenschaft für ein afrikanisches Mädchen benutzen. „Das ist unser Hauptanliegen“, sagt Moritz Lewandrowski (15), neben Friederike Warns (17) und Greta von Eßen (17) einer der drei
Jugendwarte. Damit wäre schon der Förderbeitrag, der an die Kindernothilfe zu entrichten ist, für drei Jahre gesichert, erläutern die drei Jugendwarte.
Beispielgebend für das Vorhaben des Reiternachwuchses war das Engagement der evanglisch-lutherischen Kirchengemeinde Bockhorn, die schon seit Jahren über die Kindernothilfe zwei Patenkinder in armen Ländern betreut. Für sie wird das Geld aufgebracht, mit dem die Schul- und Berufsausbildung bezahlt wird. Die Kirchengemeinde hat zum Beispiel in Äthiopien Sudi Olika Disassa und in Indien Arun Kumar unterstützt. Schwer vorstellbar für europäische Verhältnisse: Von dem Erlös eines Wohltätigkeitskonzertes im Dezember 2005 (550 Euro) konnte zum Beispiel der Schulbesuch eines Jahres und noch mehr für die beiden Jugendlichen finanziert werden.
Doch zurück zu den Reitern: Schon einmal hat der Reitclub eine Sammlung zugunsten der Kindernothilfe veranstaltet, sagt Reitlehrerin Ilka Hellmers, die die Reithalle und den Reitstall betreibt, den der Reitclub nutzt. „Es muss auch Dinge im Verein geben, die nicht mit Reiterei zu tun haben. Und wir wollen das Wir-Gefühl stärken.“ Reiten sei nun mal kein günstiger Sport, sieht Ilka Hellmers die Reiter ein wenig in der sozialen Verpflichtung. Jedes Mitglied könne sicherlich ein wenig für die geben, die wenig oder eben gar nichts haben. Eine andere Aktion des Reiternachwuchses galt benachteiligten Jugendlichen. Für die wurden Kinokarten besorgt.
Rund 50 Kinder und Jugendliche reiten in dem Reitclub, der 297 Mitglieder hat. Greta und Friederike haben vor sieben Jahren mit dem Reiten angefangen, Moritz vor sechs Jahren. Als Jugendwarte organisieren sie unter anderem Aktionen mit den Kindern des Vereins. So wird in Zelten übernachtet.
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