Bösel - Sieben Stelen aus rostendem Stahl in unterschiedlichen Größen, angeordnet in einem Kreis. An den größeren ist die Spitze leicht geknickt. Grauer Split bedeckt den Boden. Aus der Mitte beleuchtet die Stelen bei Dunkelheit ein Strahler. Dieses Kunstwerk steht seit Kurzem an der Tilsiter Straße in Bösel, geschaffen hatte es der Schmiedemeister Alfred Bullermann.

Die Initiative dazu stammt von den Anwohnern der Tilsiter Straße. Die Gemeinde hatte nach dem Endausbau der Straße noch Geld für die Anpflanzung von Bäumen vorgesehen – „ein Betrag unterhalb von 5000 Euro“, sagte Bauamtsleiter Hermann Walter auf Nachfrage der NWZ . Die Anlieger jedoch wollten dort lieber eine Skulptur sehen, erklärte Patrick Lanfer, einer der Anwohner und Mitorganisator der Aktion. In der Nähe beginnt das Landschaftsschutzgebiet. Bäume sind in Umgebung viele vorhanden. Die Gemeinde war damit einverstanden – vorausgesetzt, alle Anlieger ziehen mit. Und das taten sie.

Schmiedemeister Bullermann fertigte einen Entwurf an, den Patrick Lanfer und Claudia Grafe dann den rund 40 Anliegern vorstellten. „Unser Ziel war es, dass die Plastik bis Weihnachten stehen sollte“, sagte Patrick Lanfer. Das Ziel wurde erreicht. Eine noch im vergangenen Jahr vorgesehene Zusammenkunft aller Anlieger der Tilsiter Straße, um sich die Skulptur vom Schmiedemeister Bullermann erläutern zu lassen, musste allerdings auf dieses Jahr verschoben werden und soll in den nächsten Wochen nachgeholt werden.

„Die Gemeinde hat uns sehr unterstützt“, sagte Lanfer weiter. „Uns wurden die Pläne gezeigt und wir waren damit einverstanden“, sagte Bauamtsleiter Hermann Walter. Die Gemeinde hielt sich bei der Gestaltung komplett zurück.

Alfred Bullermann, der auch in der Nähe wohnt und von seinem Haus aus Blick auf die Skulptur hat, machte sich Gedanken. Die Nachbarschaft sollte symbolisiert werden, aber nur in Form stilisierter Figuren. Die Stelen stünden für die Menschen, die in der Nachbarschaft wohnten – ob klein oder groß, sagte Bullermann im Gespräch. Die größeren mit der nach vorne geneigten Spitze sind zu den kleineren gebeugt, bedeutet: Die größeren Nachbarn geben auf die kleineren acht; auf die eigenen Kinder, aber auch auf die der Nachbarn. Die Stelen stehen geschlossen im Kreis, das symbolisiere Geschlossenheit, Zusammengehörigkeit. So richtig zur Geltung käme die Skulptur in der Dunkelheit, meint der Künstler.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)