Saterland/Namur - Als Botschafter saterfriesischen und norddeutschen Brauchtums waren in der vergangenen Woche 34 Volkstänzerinnen und Volkstänzer der Volkstanzgruppe Saterland zu Gast bei der 53. Europeade in Namur (Belgien). Verstärkt wurde die Gruppe durch Mitglieder von befreundeten Tanzgruppen aus Jever, Aurich und Bad Zwischenahn und Akkordeonspieler Dieter Schnittger aus Borbeck.
Potpourri gezeigt
Die Europeade gibt es bereits seit 53 Jahren. Ins Leben gerufen wurde sie von den Flamen in Belgien. Jedes Jahr findet sie in einem anderen Land statt. Im Schnitt nehmen etwa 5000 Volkstänzer aus ganz Europa teil. Die Volkstanzgruppe Saterland war jetzt zum zehnten Mal dabei. In diesem Jahr hatten leider wegen der Terroranschläge einige Gruppen ihre Teilnahme abgesagt. Die Organisatoren bemühten sich sehr, dieses Fest für alle Teilnehmer sicher und trotzdem fröhlich zu gestalten. Die Tänzer nahmen deshalb auch gerne Kontrollen und andere Sicherheitsvorkehrungen in Kauf.
Bei der Eröffnungsveranstaltung in der Expo-Halle hatten die Saterländer ihren ersten großen Auftritt. Hier präsentierte ungefähr die Hälfte der Gruppen einen Tanz ihrer Region vor etwa 5000 Zuschauern. Die Saterländer zeigten in zwei Gruppen ein Potpourri norddeutscher Tänze und freuten sich, dass alles super klappte. Nach den ersten Musiktönen war das Lampenfieber gewichen und alles lief von selbst. Das Üben der vergangenen Wochen habe sich also gelohnt, war der Kommentar der Tänzer. Auch das Publikum sparte nicht mit Applaus.
Dieses Mal hatte sich die Gruppe bereiterklärt, auch in einer anderen Stadt zu tanzen. So fuhr sie am Donnerstag nach Rochefort und gestaltete dort mit einer tschechischen Gruppe ein zweistündiges Programm. Alle Teilnehmer waren über die Herzlichkeit der Gastgeber und des Publikums erstaunt und sich einig, dass sich die Fahrt in die Provinz gelohnt habe. Weitere 30-minütige Straßenauftritte fanden in Namur statt.
2017 wieder dabei
An ihrem auftrittsfreien Tag besuchten die Volkstänzer die Gärten von Annevoie und am Nachmittag die Brasserie Caracole, eine kleine Bierbrauerei. Hier wurden sie von Gästeführern über die Besonderheiten der Gärten und der Brauereien informiert.
Der große Festumzug am Sonnabend litt leider durch den Dauerregen, der pünktlich zu Beginn eintrat und erst in den Abendstunden nach dem Umzug wieder aufhörte. Die Stimmung unter den Teilnehmern blieb trotzdem gut, gab es doch Regenschirme und Regencapes.
Nach der Abschlussveranstaltung am Sonntag, bei der die andere Hälfte der Teilnehmer die Tänze ihrer Länder zeigte, wurde noch lange gemeinsam ausgelassen getanzt und fast alle waren sich einig, dass sie 2017 wieder dabei sein werden.
Alle Tänzer wurden in Schulen der Stadt untergebracht. Geschlafen wurde auf Luftmatratzen und geduscht in Gemeinschaftsduschen. „Da wir nicht mehr die Jüngsten sind, ist das schon immer eine Herausforderung“, stellte Elfriede Deeken, Leiterin der Gruppe, fest. Trotzdem überwiege das Gefühl, bei einem großartigen Ereignis dabei gewesen zu sein und einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung geleistet zu haben. Es werden schon wieder Pläne für die nächste Europeade 2017 in Turku (Finnland) geschmiedet.
