STOLLHAMM - Das bürgerliche Engagement werde buchstäblich mit Füßen getreten, ärgert sich Anke Pennartz. Wie die Vorsitzende des Bürgervereins Stollhamm hat auch Butjadingens Bürgermeister Rolf Blumenberg kein Verständnis dafür, dass sich bislang unbekannte Reiter nicht an die auf dem ehemaligen Bahndamm zwischen Stollhamm und Gauwe geltenden Regeln halten und dadurch für erhebliche Schäden sorgen.

Dank einer 30 000-Euro-Spende des Stollhammer Ehepaares Rauschenbusch und mit einem mehrwöchigen Arbeitseinsatz Stollhammer Bürger war auf dem Bahndamm ein 1,30 Meter breiter befestigter Geh- und Radweg entstanden. Dabei waren rund 800 Tonnen Schotter und wasserdurchlässiger Hansegrand eingebaut worden.

„Wir haben den Geh- und Radweg bewusst nicht mittig angelegt, um den Reitern genügend Platz zu lassen, damit auch sie den ehemaligen Bahndamm weiter nutzen können“, machte Rolf Blumenberg deutlich. Es sei aber festzuhalten, dass immer wieder Reiter nicht den breiten Grünstreifen, sondern den Geh- und Radweg nutzen.

Obwohl der Weg mit dem Hansegrand gut befestigt sei, würden die Hufe der Pferde tiefe Löcher verursachen, die eine Gefahr für Fußgänger und Radfahrer darstellten, erläuterte Axel Linneweber, Leiter des Butjadinger Amtes für Bau- und Bürgerdienste.

Besonders am vergangenen Wochenende wurde der in Rauschenbusch-Weg unbenannte Bahndamm-Abschnitt wieder von Pferden „zertrampelt“. Spenderin Dietlinde Rauschenbusch wollte dort mit ihrem am Rollstuhl gebundenen Ehemann Eberhard Rauschenbusch spazieren gehen, musste aber wieder umkehren, weil der Weg wegen der Löcher mit dem Rollstuhl nicht mehr passierbar gewesen sei, berichtete Anke Pennartz.

In den örtlichen Versammlungen und auch in Schreiben an die Butjadinger Reitervereine sei darüber informiert worden, dass die Reiter auf dem ehemaligen Bahndamm zwischen Stollhamm und Gauwe nicht den befestigten Geh- und Radweg, sondern den Grünstreifen nutzten sollen. Dies habe aber ebenso wenig gefruchtet wie die Aufstellung von Schildern, stellt Rolf Blumenberg fest.

Um den Weg nicht durch geeignete Vorrichtungen für Reiter sperren zu müssen, was dann aber auch Radfahrern und Rollstuhlnutzern den Zugang erschweren würde, appelliert Butjadingens Bürgermeister an die Vernunft der Reiter. „Wir wollen uns ja auch nicht auf die Lauer legen und die Verursacher zur Rede stellen oder gar anzeigen“, hofft auch Anke Pennartz auf eine Besserung.