STOLLHAMM - Klettern an der Nordseeküste und das in der Natur, obwohl es dem Flachland bekanntlich an Bergen mangelt – das hat quasi in einem Alleingang und ohne öffentliche finanzielle Hilfe Stephan Rasper ermöglicht. Sein Baumklettergarten am Burgweg in Stollhammer Mitteldeich hat sich seit der Inbetriebnahme vor drei Jahren zu einer Attraktion nicht nur für die Bädergemeinde Butjadingen, sondern für die gesamt Region entwickelt.
„Die Quälerei hat sich gelohnt. Nun bin ich auch stolz auf das, was ich hier geschaffen habe“, sagt der 48-jährige aus Berlin stammende Stephan Rasper, der bereits seit 26 Jahren in Butjadingen heimisch ist.
Der Klettergarten entstand auf einer einst verwilderten 4200 Quadratmeter ehemaligen Obstwiese mit einem großen Bestand an alten hohen Eschen. Stolz ist der gelernte Tischler auch darauf, dass er die komplette Anlage ohne fremde Hilfe baute.
Nach einer Erweiterung im vergangenen Jahr haben die jetzt vier vom TÜV geprüften Kletterparcours eine Gesamtlänge von knapp 200 Meter. Über vier Seilbahnen und 28 Kletterelementen geht es auf die bis zu zehn Meter hohen Plattformen in den Bäumen.
Schon als er 2004 den Klettergarten konzipierte, habe er großen Wert darauf gelegt, dass eine familienfreundliche Anlage entsteht, die allen Altersgruppen den Kletterspaß ermöglicht, berichtet Stephan Rasper. Ihm stehen in der Hauptsaison bis zu sechs Teilzeitkräfte zur Seite. Sie legen den Besuchern die Sicherheitsgurte an, weisen sie ein und begleiten sie beim ersten Klettergang. Maximal 75 Besucher können gleichzeitig in den Bäumen klettern.
„Die Zeit des Dixi-Klos ist endgültig vorbei“, freut sich Stephan Rasper auch über eine deutliche Verbesserung des Serviceangebots und der Infrastruktur. Der Klettergarten ist nunmehr auch mit einem Wasseranschluss, einer Kläranlage und einem Toilettenwagen ausgestattet.
Mit dem ständig zunehmenden Zulauf von Gästen sei er sehr zufrieden, berichtete der Betreiber und sprach von einer fünfstellige Zahl der Kletterer in den vergangenen drei Jahren. Zudem werde der Biergarten in der Anlage auch von den Butjadinger Bürgern immer mehr als eine Begegnungsstätte angenommen, .
KiG, wie Stephan Rasper seine Anlage abkürzt, steht aber nicht nur für „Klettern im Garten“ oder „Kunst im Garten“, sondern künftig auch für „Kultur im Garten“. Der Start für dieses Projekt erfolgt am Pfingstsonnabend, 22. Mai, mit einem Oper-Air-Konzert mit der vierköpfigen Band Blujaro aus Wuppertal. Ihr Name steht für Blues, Jazz und Rock. „Das sind Musiker, die einfach Spaß an der Musik haben und das auch transportieren können“, freut sich Stephan Rasper. Einer der Musiker ist ein alter Schulfreund von ihm.
Dem Oper-Air-Konzert möchte Stephan Rasper weitere kulturelle Veranstaltung in seinem Klettergarten folgen lassen. Dafür hat er dank seiner Kreativität auch bereits einige Vorkehrungen getroffen. Eine aufwändige Elektroinstallation ermöglicht nunmehr eine Ausleuchtung des Gartens und somit auch eine Hintergrund-Illumination der Veranstaltungen.
