• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur

Stolze Amazonen in hängenden Männerunterhosen

09.03.2015

Wilhelmshaven Hochachtung vor so viel Sprachgewalt, die die Schauspieler um Landesbühnen-Regisseurin Eva Lange bei der Premiere von Heinrich von Kleists „Penthesilea“ am Sonnabend im Wilhelmshavener Stadttheater an den Tag legten. Klangen Kleists Verse aus dem 19. Jahrhundert anfangs noch wie eine Fremdsprache, zauberten die Schauspieler Mechthild Grabner, Robert Lang, Anna Rausch, Zenzi Huber, Sarah Horak, Robert Oschmann, Vasilios Zavrakis, Ben Knop und Alina Müller gewaltige Bilder in die Köpfe der Zuschauer.

Es geht um die ganz große Liebe – eine Liebe, die nur einmal im Leben passiert. Auf dem Schlachtfeld vor Troja trifft es die Amazonenkönigin Penthesilea (Mechthild Grabner) und den griechischen Helden Achilles (Robert Lang). Beide haben nur noch einander im Sinn. Zum Ungemach ihrer jeweiligen Mitstreiter. Dass es der Seele nicht gut tut, wenn sie von inneren und äußeren Umständen zerrissen wird, zeigt sich an Penthesilea. Sie verliert den Verstand und tötet auf bestialische Weise ihren Geliebten. Wieder bei Sinnen, ist sie untröstlich und stirbt.

Regisseurin Eva Lange verlangt ihren Schauspielern einiges ab. Sowohl körperlich – müssen sie doch immer wieder hohe Wände (Bühnenbild: Herbert Buckmiller) überwinden – als auch schauspielerisch. Robert Lang präsentiert sich wunderbar als charmanter, wenn auch etwas überheblicher Achilles. Glaubhaft gibt er den naiven Jüngling, der nicht im Traum daran denkt, dass seine Geliebte ihm etwas antun könnte.

Mechthild Grabner gibt ihr Bestes, um der Rolle der von Gefühlen und Stimmungsschwankungen zerrissenen Penthesilea gerecht zu werden. Die stolze, kraftvolle Seite der Amazonenkönigin ist ihr wie auf den Leib geschneidert, während die Seite der sanften Verliebten nur wenig Empathie erzeugt. So bleiben die großen Gefühle etwas auf der Strecke. Dabei überzeugt Grabner vor allem durch ausdrucksvolle Mimik und Stimmkraft.

Insgesamt erbringen die Schauspieler eine überzeugende Leistung, besonders in Anbetracht der anspruchsvollen Sprache. Wünschenswert wäre aber, die stolzen Amazonen in würdevolleren Kostümen zu sehen als in hängenden Männerunterhosen.


Alle NWZ -Theaterkritiken unter   www.nwzonline.de/premireren 
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.