Nordenham - Bei sonnigem Wetter sind viele Nordenhamer und Touristen auf der Strandpromenade entlang der Weser unterwegs. Der Blick über das Wasser und eine frische Brise laden dazu ein, die Seele baumeln zu lassen. Dennoch gehen die Meinungen über den Nordenhamer Strand auseinander. Während die einen gar nicht genug von den Spaziergängen an der Wasserkante bekommen können und von der idyllischen Lage schwärmen, beklagen sich die anderen über zu viel Müll und den Mangel an Bademöglichkeiten. In der Bürgerbefragung „Leben in Nordenham“, die im Mai stattgefunden hatte, schnitt der Strand nicht sonderlich gut ab. Um herauszufinden, woran das genau gelegen hat, hörte sich die NWZ  jetzt vor Ort um.

Kerstin Deutzmann und drei weitere Erzieherinnen sind bei strahlender Sonne mit den Kindern aus der Kinderkrippe Villa Kunterbunt am Strand unterwegs. Zusammen wird im Sand gebuddelt und sich mit den Füßen in der Weser abgekühlt. „Wir kommen jeden Sommer mit den Kindern aus der Krippe hierher“, sagt die 40-jährige Erzieherin und Gründerin der Villa Kunterbunt, „vom Großensieler Hafen bis zum Leuchtturm nutzen wir das Freizeitgelände.“ Bei den ein- bis dreijährigen Kindern sind vor allem der Spielplatz, das Holzpiratenschiff und die Wasserspiele beliebt. „Schön wäre es, wenn es richtige Bademöglichkeiten geben würde und der Weg bis zum Hafen gepflastert wäre“, findet Kerstin Deutzmann, „ansonsten gefällt uns der Strand aber super.“

Die neunjährige Tamara Zelck aus Nordenham kann dem Weserstrand ebenfalls viel Gutes abgewinnen. „Der Spielplatz gefällt mir sehr und der Strand auch“, sagt sie, „aber es wäre besser, wenn weniger Müll am Strand herrumliegen würde.“ Dieser Meinung ist auch ihre Freundin Laura Kastowski. Die zehnjährige Schülerin kommt ursprünglich aus Oberhausen und verbringt seit mehreren Jahren ihre Sommerferien mit den Großeltern auf dem Campingplatz direkt am Strand. „Mir gefallen das Holzpiratenschiff und der Strand. Aber die Seilbahn am Spielplatz könnte mal erneuert werden“, meint Laura Kastowski.

Die 24-jährige Mareike Wittkowsky aus Nordenham findet die gepflasterte Strandpromenade schön, um dort spazieren zu gehen oder Rad zu fahren. Dass das Lehrschwimmbecken auf dem Freizeitgelände geschlossen ist, gefällt ihr hingegen nicht. „Für eine Abkühlung war das kleine Becken immer gut. Dass es nun geschlossen ist, finde ich schade“, sagt die Nordenhamerin. Das Thema Müll ärgert die Erzieherin ebenfalls. „Die Einstellung der Menschen ist einfach nicht richtig“, sagt sie.

Diese Ansicht teilt auch Stefan Böse. „Ich finde es völlig in Ordnung, wenn man sich am Strand trifft und zusammensitzt, aber der Müll gehört anschließend in die Tonne“, findet der 43-Jährige. Ansonsten ist der Nordenhamer, der die Gestaltung der Promenade lobt, gerne am Weserstrand.

Für die Nordenhamerin Tara Lachnitt (23) stellt nicht nur die Verschmutzung des Geländes ein Problem dar, sondern auch das Freizeitangebot am Weserstrand. „Der Strand könnte für verschiedene Veranstaltungen genutzt werden“, findet sie, „die Frage ist aber, ob die Nordenhamer diese Angebote auch annehmen würden“. Die Studentin hält sich gelegentlich auf dem Freizeitgelände am Strand auf. Beispielsweise trainiert sie dort mit ihren Fußballkameradinnen vom TSV Abbehausen.