Sandkrug - Neben den Hatter Chören gehört auch das Vokalensemble „Harmonie“ aus St. Petersburg zu den Gesangsformationen, die mit ihren besinnlichen Liedern auf die bevorstehenden Weihnachtstage einstimmen. Das betonte Bürgermeister Christian Pundt, der nach seinem Amtsantritt im November diesen russischen Chor am Freitagabend erstmals in der Kreuzkirche in Sandkrug begrüßen konnte. Aufgrund der Krisen und Unruhen in der Welt hob Pundt die Bedeutung internationaler Freundschaften hervor. Als beispielhaft nannte er das Wirken der in Hatten ansässigen „Gesellschaft Deutschland-Russland-Dagestan“.
So zeigten sich dann auch die russischen Sänger gemeinsam mit Moderator Dr. Gerd Zimmermann als exzellenter Kenner der russischen Literatur. Als Botschafter des Friedens richteten sie einen eindringlichen und flammenden Appell an alle Akteure, wieder aufeinander zuzugehen und alle Kampfhandlungen zu beenden.
„Gelobt sei Christus, unser Gott“ sang das Ensemble unter Leitung ihres Gründers Alexander Andrianov, gefolgt von der Zigeunerromanze „Schwarze Augen“ mit Petr Samoylin als Solisten. Der Göttinger Slawistik-Professor Gerd Zimmermann stellte in seinen Textbeiträgen zwischen der Chormusik bedeutsame russische Dichter und Autoren des 19. Jahrhunderts vor, wie zum Beispiel Puschkin, Tolstoj und Tschechov. Bis zur Pause begeisterte das Vokalensemble mit stimmungsvollen Lieder wie „Durch die weiten wilden Steppen“, „Im dunklen Wald“ und das „Troika-Lied“.
Nach der Pause setzten die St. Petersburger Sänger das Konzert mit dem rasanten Kosakenlied „Maruska“ fort. Dr. Gerd Zimmermann eröffnete seinen Streifzug durch die Literatur des 20. Jahrhunderts mit der heiteren Erzählung von Michail Michailowitsch Joschtschenkov (Familienglück im Badezimmer) fort.
Nach der musikalischen Darstellung der „Piterskaja Straße“ folgte die nachdenklich stimmende Geschichte von Osip Mandelstam über die Geschehnisse in Leningrad 1930, tragischen Gedichten von Anna Achmatova und dem Gedicht von Jewgeni Jertuschenko („Meinst Du, die Russen wollen Krieg?“), womit Zimmermann in der aktuellen Gegenwart ankam und die Frage an das Publikum weiterreichte.
Nach dem „Lied der Wolga“ und „Ich bete an die Macht der Liebe“ verabschiedeten sich die Interpreten unter anderem mit der literarischen Zugabe „Der Mann aus Vladivostok“, gefühlvoll eingebettet in den Gesang mit dem „Vater Unser“ in russischer Sprache.
