STRüCKHAUSEN - Wer in der St.-Johannis-Kirche im Strückhauser Kirchdorf am Sonntagabend ein klassisches Konzert erwartet hatte, lag falsch. Die drei Musiker und Brüder Franz-Jürgen, Matthias und Adax (Adalbert) Dörsam boten als „Trio 3D“ den rund 40 Zuhörern eine Mischung aus vorwiegend eigenen Kompositionen, die sie mit klassischen Werken und eingängigen Popsongs vermischt haben.
Nacheinander betraten die drei Musiker, auf ihren Instrumenten den Andrew Sisters Hit „Bei mir bist du scheen“ spielend, den Mittelgang in der Kirche, nahmen dann vor dem Altar auf ihren Stühlen Platz – und wechselten umgehen zu „Puppet on a string“ von Sandie Shaw. Bei einigen Besuchern machte sich erkennbar Verwunderung in den Gesichtern breit, dann aber folgte ein Schmunzeln. Und schnell begannen sie, den etwas anderen Abend zu genießen.
Das Konzert der drei Brüder aus dem Odenwald beinhaltete jede Menge Überraschungen. So hätten sie beispielsweise, kündigten sie an, alles, was Edvard Grieg (1843-1907) je komponiert habe, „auf wenige Minuten komprimiert“.
Später traf der „größte Mandolinen-Erfinder“, Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), auf Maurice Ravel (1875-1937), der mit seinem „Bolero“ das Publikum begeisterte. Die drei Brüder intonierten das Stück auf ihre eigene besondere Weise: mit Klarinette, Mandoline und Fagott, dass das Schlagzeug imitierte.
Nach der Pause marschierten die Drei zum „Pippi Langstrumpf“-Thema auf die Bühne. Es folgten Variationen des Hits „Oh Susanna“ – im Original, dann klassisch und in weiteren Stilrichtungen.
Im Laufe des Abends stellte Franz-Jürgen Dörsam sein Fagott ausführlich vor, dem er eine ganze Bandbreite von Tönen entlockte. Ob Mammutjagd aus der Steinzeit, gregorianische Gesänge oder russische Volksweisen: das Instrument ließ sich überall einsetzen.
Eine Hommage an die Klarinette vereinte „400 Stücke und 800 Stellen“ in wenigen Minuten. Mit einem Rockmusik-Medley und zwei Zugaben war schließlich ein wunderbares Konzert beendet.
Die Brüder führten mit Charme und Witz durch das Programm, das Publikum ging amüsiert und gut gelaunt nach Hause. Kunst im Kirchdorf ist also immer einen Besuch wert – und gut für Überraschungen der positiven Art.
