STRüCKHAUSEN - In der St. Johannis-Kirche in Strückhausen ging am Freitagabend die Post ab- und zwar eine swingende Jazz-Post. Die Kirchengemeinde Strückhausen hatte zum Konzert mit dem „Seaport Hot Jazz Orchestra“ eingeladen. Das mitswingende Publikum bestand zum größten Teil aus jung gebliebenen Zuhörern mittleren Alters.
In seiner Ansprache bekundete Uwe Marx vom Orchester, dass die Kirche ein ungewöhnlicher Ort für ein derartiges Konzert sei. Marx führte durch den Abend und erzählte kleine, wissenswerte Geschichten zu den einzelnen Musikstücken.
Tanzmusik der 20iger Jahre entstand in den Vereinigten Staaten, so Marx. Später wurde diese Musik Jazz genannt. Die Urheber dieser Musik waren Orchesterleiter und Vollblutmusiker. Und als Vollblutmusiker erwiesen sich auch die Musiker des Orchesters. Mit dem ersten Titel „Squeeze me“ zeigten die Musiker, dass es ein schwungvoller Abend werden würde.
Von dem Komponisten Fletcher Henderson, der ursprünglich ein Diplom-Chemiker war, wurden einige Stücke gespielt, wie „Easy Money“ und „Kopenhagen“.
Natürlich vereinnahmten die Töne den ganzen Kirchenraum. Ein Teil der Musiker spielte zwei Instrumente. Saxophon, Trompete, Posaune, Tuba, Klarinette, Piano, Schlagzeug, jedes Instrument war einzeln konzentriert zu hören, integrierte sich aber vollständig in das Zusammenspiel. In jeder Darbietung waren Solopartien zu hören, das wurde vom begeisterten Publikum mit Zwischenapplaus belohnt. Die Sologesänge in einigen Stücken fügten sich unkompliziert ein und würzten das Ganze mit einem gewissen Etwas.
Die Musik lebt von flotten taktreichen Rhythmen, vom schnellen Wechsel der Instrumente: Orchester-Solo-Orchester-Duo und wieder Orchester, das Zusammenspiel scheint mühelos zu funktionieren. Thema einiger Interpretationen ist die große Liebe wie in „Black Beauty“ und „Olga“. Von Joe Oliver „I can't stop loving you“ durfte auch nicht fehlen. Ein Musicalstück, ein Rumbastil und der Drei-Akkorde-Blues rundeten das Programm ab. Jazzfans kamen an diesem Abend in den vollen Musikgenuss.
