STRüCKLINGEN - STRÜCKLINGEN/HN - Am Sonntag, 5. Juni, ist der aus Strücklingen stammende Pater Hubert Wallschlag im Konvent im brasilianischen Fortaleza verstorben. Die Beisetzung von Pater Hubert Wallschlag fand bereits am gestrigen Montag in Brasilien statt, wo er auf eigenen Wunsch beigesetzt wurde. Die Pfarrgemeinde St. Georg Strücklingen feiert das Seelenamt am Sonnabend in der Kirche.
Pater Hubert Wallschlag wurde am 24. Oktober 1944 in Strücklingen als drittältestes Kind geboren und hatte acht Geschwister. Sein Abitur legte er 1965 am Missionsgymnasium in Bardel bei den Franziskanern ab. Am 9. Mai 1965 ließ er sich beim Orden der Franziskaner einkleiden, und nachdem er am 15. Mai 1966 die einfache Profess abgelegt hatte, erfolgte im Juni 1966 seine Aussendung nach Brasilien.
Hier absolvierte er in Olninda/Pernambuco ein Studium der Philosophie, und in Salvador/Bahia folgte ein Studium der Theologie. Nach der ewigen Profess am 2. Februar 1972 folgte am 29. Juni in Brasilien die Diakonatsweihe. Am 1. Mai 1973 erhielt er dort die heilige Priesterweihe. Seine erste heilige Messe auf deutschem Boden feierte Pater Hubert Wallschlag in Bocholt im Orden der Clarissen-Schwestern, wo seine ältere Schwester als Glaubensschwester lebt.
Nach sechsjährigem Aufenthalt in Brasilien war Pater Hubert im Mai 1973 nach Deutschland zurückgekehrt, wo er am 10. Juni seine Heimatprimiz feierte. Hunderte von Zuschauern säumten damals die Straße, als der Primiziant vom Elternhaus zur Kirche geleitet wurde.
Danach zog es den gebürtigen Strücklinger zurück nach Brasilien, wo er 1974 seine erste Stelle als Pfarrer von Triumfo in Pernambuco bekam. 1979 wurde er dann in Ipojuca zum Pfarrer ernannt. In dieser Zeit war seine große Sorge die Ausbeutung der Arbeiter der Zuckerrohrplantagen.
1982 erkrankte Pater Hubert an der Niere und wurde Dialysepatient. In dieser Zeit war er in Bardel im Franziskaner Kloster als Guardian –Verwalter des Klosters – tätig. 1987 reiste er nach Brasilien, wo er 1988 Pfarrer und Guardian von Fortaleza wurde.
1994 wurde Pater Hubert als Pfarrer und Wallfahrtsleiter nach Caninde, einem großen brasilianischen Wallfahrtsort, versetzt. 1998 feierte er in seiner Heimatgemeinde Strücklingen das silberne Priesterjubiläum und kehrte erneut zurück nach Brasilien, wo er wieder Pfarrer von Fortaleza wurde.
Im Winter erkrankte Pater Hubert an Krebs. Sein Wunsch war es, im Kloster zu bleiben und im Kreise seiner Mitbrüder zu sterben. Wenige Tage vor seinem Tod besuchten ihn in Fortaleza noch seine Schwester Leni und sein Bruder Georg.
