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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Kinderbuch: Geschichte von der Insel mit zwei Bergen

05.08.2020

Stuttgart Lummerland, Frau Waas, Besserwisser Ärmel: Die Geschichte fängt auf einer Insel mit zwei Bergen, einem Päckchen und einem Baby darin an und sie endet in einem Abenteuer. In diesem Jahr wird das Kinderbuch „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ 60 Jahre alt.

Lange unveröffentlicht

Dabei war es zu Beginn nicht klar, ob das Werk überhaupt jemals erscheinen wird. Der Autor Michael Ende (1929-1995) schrieb das Buch und hatte damals nicht mehr viel Geld, wie sich Literaturagent und Freund Roman Hocke erinnert. Sein erstes Buch um Jim Knopf musste sofort erfolgreich werden. Doch die Verlage, denen Ende das mehr als 500 Seiten starke Manuskript anbot, waren skeptisch: Diese Länge in einem Kinderbuch? „Die Art des Erzählens und diese fantastischen Welten gab es damals nicht“, sagt Hocke.

Ein Dutzend Verlage lehnte das Manuskript ab. Doch Lotte Weitbrecht vom Thienemann-Verlag in Stuttgart erkannte das Potenzial der Geschichte mit dem Scheinriesen Tur Tur und dem Halbdrachen Nepomuk. Die Bedingung war aber, dass Ende das bereits Geschriebene in zwei Teile aufspalten soll. Am 9. August 1960 erschien der erste Band.

Die Geschichte wird nach dem Erscheinen gefeiert – und Michael Ende wird zum gefragten Autor. Das erste Jim-Knopf-Buch erhält 1961 den Deutschen Jugendliteraturpreis. Später wird es von der Augsburger Puppenkiste verfilmt. Mittlerweile haben die beiden Bände eine Auflage von 5,5 Millionen Exemplaren und sind in 33 Sprachen übersetzt worden.

Passage stößt auf Kritik

In dem Buch werden auch viele verschiedene Ethnien thematisiert. Die damals als „Indianerjunge“ und „Eskimokind“ bezeichneten Personen stoßen heute teils auf Kritik. Vor allem die Passage, in der Jim als „Neger“ bezeichnet wird, ist umstritten.

Der Verlag will das heute als rassistisch geltende Wort vorerst erhalten. „Grundsätzlich hat der Autor die Hoheit über seinen Text; das bringt der urheberrechtliche Schutz mit sich. Kein Verlag kann und wird ohne Rücksprache und Zustimmung des Autors oder seiner Erben in einen Text eingreifen“, sagt Verlegerin Bärbel Dorweiler. Es sei auch die Gesamtaussage des Buchs entscheidend: Mit der Befreiung einer „bunten Gruppe von Kindern unterschiedlichster Herkunft aus der Herrschaft des bösen Drachen“ werde eine Gegengeschichte zur nationalsozialistischen Rassenideologie aufgezeigt.

Liest man das Werk noch in 60 Jahren? „Ich weiß es nicht, ob man ihn in 60 Jahren noch liest. Das wird unsere Gesellschaft entscheiden, aber ich finde, das Buch ist ein Plädoyer fürs Miteinander“, sagt Roman Hocke.

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