STUTTGART - Sein Trauerpublikum war klein. Nur zehn Angehörige und Freunde durften auf dem Steigfriedhof in Bad Cannstatt (Stuttgart) Olli Maier, der plötzlich im Alter von 65 Jahren starb, auf seinem letzten Weg begleiten. Es war ein stilles, heimliches Begräbnis des Witwers von Helga Feddersen.
Der Schauspieler starb einsam in seinem Wohnhaus in Berlin-Adlershof. Nachbarn hatten ein Paket vor seine nur angelehnte Wohnungstür gelegt. Als es nicht reingeholt wurde, alarmierten sie die Polizei. Die fand ihn tot in seinem luxuriösen Penthouse.
Olli Maiers Name ist untrennbar verbunden mit Hamburgs großer Schauspielerin Helga Feddersen (19301990). 15 Jahre sorgten sie als komisches Duo für Spaß im Fernsehen (Plattenküche) und Klamauk auf der Bühne. Sie spielten unzählige Male ihr Erfolgsstück Perle Anna, zuletzt in Hamburg im eigenen Theater am Holstenwall. Auf dem Sterbebett heiratete Helga Feddersen ihren Olli.
1992 ließ sich Olli Maier für umgerechnet 100 000 Euro von der Prinzessin Erina von Sachsen (2010 gestorben mit 88 Jahren) adoptieren, zerstritt sich aber schnell mit ihr, zog unter seinem neuen Namen Reinhard Prinz von Sachsen und Herzog zu Sachsen nach Palma de Mallorca und residierte dort königlich in einer Sechs-Zimmerwohnung, die den Erben des Malers Miro gehört. An dem millionenschweren Sachsen-Erbe war er nicht beteiligt.
Doch er hatte Glück auf andere Art: Ein, wie er es nannte, glücklicher Erbzufall führte ihn 2007 nach Berlin. Prinz Olli hatte aus dem Nachlass von Helga Feddersens erstem Ehemann Götz Kocuszek ein winziges Grundstück geerbt und gegen lebenslanges Wohnrecht im noblen Penthouse in Adlershof eingetauscht. Dort starb er jetzt inmitten seiner unzähligen goldenen Krönchen und Helga-Feddersen-Souvenirs.
