Herr Lübbers-Siemer, warum haben Sie diesen Ort für unser Interview gewählt?
Lübbers-SiemerWir haben uns als Gruppe 1997 gegründet und spielen seitdem in der Realschule. Wir haben ein gutes Verhältnis mit der Schule. Im Januar bauen wir unsere Kulissen auf und können sie bis Ende der Spielzeit hier stehen lassen. Hier herrscht eine schöne Atmosphäre. Die Beleuchtung stimmt.
Wie theatralisch ist für Sie der Sommer?
Lübbers-SiemerIn den Sommermonaten lese ich Textbücher, um ein neues Stück auszusuchen. Bis jetzt habe ich etwa zehn gelesen. Ich muss mir Gedanken darüber machen, ob es zu uns passt. Das Stück sollte ein Dreiakter sein und darf nur ein Bühnenbild haben, es dürfen nicht zu viele Schauspieler sein und die Charaktere müssen zu den Personen passen. Danach treffe ich mich mit unserer Regisseurin Anita Pastoor und unserer zweiten Vorsitzenden Mechtild Grunert, damit wir uns für ein Stück entscheiden können. Die Textbücher verteile ich schon vor Weihnachten, damit genügend Zeit zum Lesen bleibt. Plattdeutsch lesen ist nicht ganz einfach.Wir treffen uns alle ein paar mal im Sommer. Dabei steht die Geselligkeit im Vordergrund. Von März bis Oktober haben wir sonst nicht so viel miteinander zu tun. In der Zeit sammelt jeder neue Ideen.
Wann geht es denn wieder richtig los?
Lübbers-SiemerIm Oktober werden wir uns wieder zusammensetzen. Bis dahin sollte ein Stück ausgesucht sein. Dann wird gefragt, wer Zeit hat. Wir haben etwa zwölf oder 13 Schauspieler, insgesamt sind wir etwa 25 Leute. Von Januar bis März wird ein- bis zweimal pro Woche geprobt, in der heißen Phase viermal. Jeder aus der Gruppe kümmert sich um etwas. Es läuft einfach und macht Spaß.
Sie sind ja noch nicht so lange Vorsitzender. Wie ist es Ihnen bisher ergangen?
Lübbers-SiemerWir haben uns letztes Jahr im August wieder zusammengesetzt, nachdem unser Vorsitzender Wolfgang Niehaus verstorben war. Ich hatte in den letzten Jahren aus beruflichen Gründen nicht mehr mitgespielt, von daher bot sich das Amt an. Ich habe gesagt, dass ich es nur annehme, wenn mich alle aus der Gruppe unterstützen. Und das tun sie. Aber das Amt als Vorsitzender kann das Gefühl nicht ersetzen, wie es ist, Theater zu spielen.
Was ist Ihre Aufgabe bei einer Aufführung?
Lübbers-SiemerIch halte die Ansprache und dann geht es los. Die Erleichterung, die man dann hat, ist das Tollste – und, wenn das erste Klatschen kommt.
Welches Stück würden Sie gerne einmal auf die Bühne bringen?
Lübbers-Siemer „Das Hörrohr“, bei dem ich gerne den Opa spielen würde. Vielleicht werden wir das zu einem Jubiläum machen. Oder noch einmal unser erstes Stück „De Schelm van Möhlbrook“. Das war das erste Stück, bei dem ich mitgespielt habe. Ich hatte die Hauptrolle, „de Schelm“. Das sind aber uralte Stücke, die in diese Zeit vielleicht nicht mehr reinpassen.
Und was machen Sie sonst noch im Sommer?
Lübbers-Siemer Am Wochenende bin ich mit dem Kochclub „Arte Culinaria“ in Hamburg. Wir sind sieben Männer und kochen alle zwei Monate zusammen. Alle zwei Jahre machen wir eine Fahrt.
