Oldenburg - Für Drogen- und Alkoholkranke gibt es schon bald ein Beratungsangebot unter einem Dach. Die Fachstelle Sucht der Diakonie (derzeit Bloherfelder Straße) und die Drogenberatung „Rose 12“ (Alexanderstraße) sollen zusammen in einen Gebäudeteil des Seniorenzentrums Haarentor am Schützenweg ziehen.
Mit dem Umzug in das Pflegeheim der Diakonie erfüllen die beiden Suchtberatungsstellen eine seit etlichen Jahren bestehende Forderung der Stadtverwaltung. Die beiden von der Stadt geförderten Einrichtungen sollen zwar unabhängig bleiben, man erhofft sich jedoch finanzielle Einsparungen.
Räume in dem neuen Beratungszentrum soll auch die Oldenburger Kreisgeschäftsstelle der Diakonie (u.a. Sozialberatung und Straffälligenhilfe) erhalten. Derzeit ist diese Einrichtung an der Dobbenstraße zu finden.
Die Pläne für das neue Beratungszentrum stellte der Diakonie-Vorstand Thomas Feld am Mittwochabend den Anwohnern des Schützenwegs vor. Bei diesem Treffen mit etwa 80 Teilnehmern trugen Nachbarn ihre Bedenken vor. Dazu gehörten insbesondere die Elternvertreter der dortigen Grundschule. Sie bezogen sich auf den zu erwartenden Publikumsverkehr von etwa 90 Ratsuchenden pro Tag und die räumliche Nähe der Angebote für Suchtkranke zu Grundschule und Kindergarten. Feld sagte zu, die Bedenken der Nachbarn ernst zu nehmen und im Gespräch mit Verwaltung und Politik nach für alle Seiten akzeptablen Lösungen zu suchen. In vier Wochen sei eine weitere Nachbarschaftsversammlung geplant.
Unterbringen möchte die Diakonie das neue Beratungszentrum in einem 1970 errichteten Anbau des Altenpflegeheims (81 Bewohner) am Schützenweg. Dort wohnten bislang Schüler der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA). Nach Auskunft von Diakonie-Sprecher Frerk Hinrichs soll der Anbau einen eigenen Eingang für das Beratungszentrum erhalten. Die drei Einrichtungen bekommen separate Räume. Voraussichtlich 27 Frauen und Männer (jeweils zehn in den beiden Suchtberatungsstellen) werden später in dem Zentrum arbeiten.
Einen möglichen Termin für eine Eröffnung gebe es noch nicht. In diesem Jahr sei aber nicht mehr mit einem Umzug der beteiligten Beratungsstellen zu rechnen, so Hinrichs. Derzeit sei auch noch unklar, wie die Diakonie die freiwerdenden eigenen Gebäude an der Bloherfelder Straße und an der Dobbenstraße nutzen möchte.
