SüDDORF/FRIESOYTHE - SÜDDORF/FRIESOYTHE/EB - Mehr als anderthalb Millionen Menschen jüdischen Glaubens sind im Konzentrationslager Auschwitz in Gaskammern oder im Arbeitseinsatz umgebracht worden. Als die Russen am 27. Januar 1945 auf das von den Nazis bereits aufgegebene Lager stießen, fanden sie noch 5000 zurückgelassene, kranke Menschen vor. Die Edewechter Kunstfreunde erinnern am kommenden Sonntag, 23. Januar, mit einem „Thementag Auschwitz“ in der Süddorfer Martin-Luther-Kirche an den 60. Jahrestag dieses Datums.

Der Thementag umfasst zwei Veranstaltungen: eine szenische Lesung um 18 Uhr und ein Klezmerkonzert um 20 Uhr. Die Lesung steht unter dem Titel „Gestern mitten noch im Leben“. Die in Budapest geborene jüdische Schauspielerin Kriszti Kiss (Köln) und der Autor und Rezitator Dieter Treeck (Essen) lesen Texte von Paul Celan, Imre Kertész u.a. und von Lagerinsassen.

Im Anschluss gibt das Trio „Ensemble DRAj“ ein Klezmerkonzert. Die Sängerin Manuela Weichenrieder, der Cellist Ludger Schmidt und Ralf Kaupenjohann, Akkordeon, stellen einen bewusst authentischen und mithin höchst eindringlichen Klezmer vor. Die Bezüge zum Nationalsozialimus und zum Holocaust sind deutlich akzentuiert. Die Programme „Lieder aus den Ghettos“ und „Jisrolim – Kindheit im Ghetto“ fordern eine intensive emotionale Anteilnahme heraus. Die Sprache nahezu aller Lieder ist das Jiddische. Viele Inhalte lassen sich assoziativ erschließen. Der oft verdrängte Teil der deutschen Vergangenheit mit jenen Gefühlen von Schuld und Trauer finden sich in den Interpretationen ebenso wie die Lebenslust im Alltag des jüdischen Lebens. Auch musikalisch pflegt „Ensemble DRAj“ einen anspruchsvollen Klezmer: Dank ungewöhnlicher Interpretationen, die sich herkömmlicher Schlichtheit verweigern, ist „DRAj“ europaweit hoch angesehen.

Karten gibt es im Vorverkauf telefonisch unter 04405/4444.