Südkreis - „Fantastisch, was wir Kölner hier erlebt haben.“ So und so ähnlich lauteten die einhelligen Kommentare von Gästen aus nah und fern, die an der 53 Kilometer langen Rosche-Korn-Radtour teilgenommen haben. Nachdem am Vortag in Lingen der neue deutsche Hitzerekord mit 42,6 Grad „erlitten“ worden war, fragte sich so mancher, ob die Teilnahme wohl eine gute Idee sei. Absagen gab es jedoch keine. Ein frischer Süd-Ost-Wind und viele beschattete Streckenabschnitte sorgten für erträgliche Temperaturen. Josef Rosche begrüßte die 420 Gäste und riet ihnen, in jeder Beziehung mit ihren Kräften zu haushalten. Zur Vorsorge standen viele Wasserflaschen bereit sowie für den Notfall zwei DRK-Fahrzeuge und ein Begleit-Bus, deren Einsatz aber nicht notwendig wurde.
Die Tour startete im Cloppenburger Museumsdorf. Museumspädagogen und ehrenamtliche Helfer führten alte Handwerke vor, und danach sorgte der „Dorfkrug“ für einen schmackhaften Eintopf und Erfrischungen. Betreut durch die Polizei und den Oldtimerclub Hasetal-Schlepper fuhr der Tross dann durch die „Fahrradstadt“.
Nach 14 Kilometern erreichten die Radler den Kalieber-Stützpunkt in Lastrup, wo es Infos und Kostproben von feiner Fleischer-Handwerkskunst gab. Inhaberin Sarah Dhem begrüßte die Teilnehmenden und Korn-Königin Johanna I., die mit einem schicken weißen Karmann Ghia vorfuhr, dann aber wieder aufs Rad wechselte. Mehr als 20 Lastruper Feuerwehrleute und der Oldtimerclub Suhle sicherten Gefahrenpunkte und Kreuzungen. 18 ADFC-Tourenbegleiter aus dem gesamten Emsland halfen mit Ihren Sprechfunkgeräten, den langen Konvoi in Gruppen zu strukturieren.
Bei der Schule in Evenkamp gab es zur Vesper Milch, Kaffee und Erfrischungsgetränke, und die Landfrauen des „Glübbiger Viertels“ hatten mehr als 1500 Käse- und Schinkenbrote geschmiert. Die Theater-Gruppe Evenkamp unterhielt die Gäste mit einem Sketch. Auch auf der Weiterfahrt durch Löningen und Herzlake sorgten Feuerleute für zusätzliche Verkehrssicherheit. Unversehrt und mächtig stolz trafen alle in Haselünne ein. Dort begrüßten Bürgermeister Werner Schräer, Korn-Königin Johanna I. sowie Susanne und Josef Rosche die Gäste im Hof der Edelkorn-Brennerei. Gute Getränke, landestypisches Essen und beste Musik sorgten für ausgelassene Feierstimmung.
„In den vergangenen Tagen mit Extremtemperaturen haben wir noch besser gelernt einzuschätzen, wie hart es für unsere Vorfahren damals gewesen sein muss, und bis heute bei vielen Menschen in anderen Teilen der Welt ist, wenn trotz der Hitze gearbeitet werden muss, um zum Beispiel die Ernte zu sichern,“ stellte Susanne Rosche fest. „Weil wir als Weizen-Anbauer und Edelkorn-Brennerei spüren, wie wichtig jedes einzelne Korn und jeder einzelne Tropfen Wasser ist, möchten wir erneut ein Wasser-Projekt in Honduras unterstützen, für das sich die Cloppenburgerin Rita Taphorn besonders stark macht. Die Spende läuft über „Rotary-International“ und beläuft sich auf 1111€ Euro, freute sich Josef Rosche.
