Frankfurt/Main - Im Machtkampf um den Suhrkamp Verlag hat Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz erneut eine schwere juristische Niederlage erlitten. Das Landgericht Frankfurt verurteilte am Mittwoch die von ihr geführte Familienstiftung, an den Minderheitsgesellschafter Hans Barlach knapp 2,2 Millionen Euro aus dem Bilanzgewinn des Jahres 2010 zu zahlen.

Barlach berief sich vor der Handelskammer auf eine Vereinbarung unter den beiden Gesellschaftern. Danach war sein Gewinnanteil aus dem Verkauf des Frankfurter Verlagsgebäudes und des Verlagsarchivs auf ein ihm zustehendes Konto zu überweisen.

Eine Gesellschaftsvereinbarung halte die Ausschüttung des Gewinns „klipp und klar“ fest, stellte das Gericht fest. (Az. 3-13 = 119/12)

Der Verlag war auf Betreiben der Verlegerin Anfang 2010 von Frankfurt nach Berlin umgezogen. Unseld-Berkéwicz, die Witwe des 2002 gestorbenen Verlags-Patriarchen Siegfried Unseld, hält über die Familienstiftung 61 Prozent des Verlags. Barlachs Medienholding AG Winterthur gehören 39 Prozent.

Barlach und Unseld-Berkéwicz liefern sich seit Jahren eine erbitterte Auseinandersetzung. Das entscheidende Verfahren ist derzeit bei einer anderen Handelskammer des Landgerichts Frankfurt anhängig. Beide Gesellschafter haben beantragt, sich gegenseitig auszuschließen.