SWIEBODZIN - Wie in Deutschland, beginnt im polnischen Swiebodzin der Advent vier Sonntage vor Weihnachten. Es ist die Vorbereitungszeit auf die Geburt Christi – die polnische Kirche untersagt in dieser Zeit Feiern und Tanzvergnügen. An jedem Tag der Adventszeit findet in der Swiebodziner Kirche die „Frühmesse im Advent“ statt. Vornehmlich Kinder und Jugendliche besuchen dann mit selbst gebastelten Laternen die Kirche.

Am 4. Dezember wurde das Fest der heiligen Barbara – Schutzpatronin der Bergleute – gefeiert. Das bekannteste und beliebteste Fest im polnischen Advent ist der Nikolaustag am 6. Dezember. Doch die Kinder freuen sich auch auf den Abend vorher und können ihn kaum erwarten. Manche Eltern erzählen ihnen, dass der Nikolaus einen Schlitten hat, der von Rentieren gezogen wird. Wenn die Kinder schlafen, füllen die Eltern Hausschuhe mit Süßigkeiten oder Spielzeug. Manche Kinder finden ihre Geschenke unter dem Kissen oder vor der Zimmertür.

Für Erwachsene finden Exerzitien in der Kirche statt, die sie auf Weihnachten vorbereiten. Sie bekommen Oblaten mit nach Hause. Die Oblate gibt es in jeder polnischen Familie am Heiligen Abend – die Familienmitgieder teilen die Oblate und wünschen sich dabei alles Gute. Das ist typische polnische Sitte.

Und unsere Schüler basteln Weihnachtsschmuck für den Verkauf. Der Erlös geht an ein von der Schule betreutes Adoptivmädchen aus Afrika.

Am letzten Tag vor den Weihnachtsferien findet in unserer Schule ein Morgen der Europäischen Weihnachtslieder statt. Dann verkleiden sich die Gymnasiasten als Engel oder Weihnachtsmänner und singen Weihnachtslieder in verschiedenen Sprachen. Die Schüler müssen früh aufstehen, denn sie singen bereits um 7 Uhr, wenn die Menschen zur Arbeit eilen, eine Weile stehen bleiben und mitsingen.

Übrigens: Auf die Weihnachtsgrußkarten schreiben wir in Polen: „Zdrowych, weso?ych ?wi?t Bo?ego Narodzenia i szcz??liwego Nowego Roku. Übersetzt heißt das: „Fröhliche und gesunde Weihnachten und ein glückliches neues Jahr.“