Talkshows sind eindeutig Sendungen zur Unterhaltung des Zuschauers. Man kann da vorm Einschlafen sehen, wie Edmund Stoiber die Frau Christiansen mit Frau Merkel verwechselt, Rolf Hochhuth keinen ausreden lässt (außer sich selbst) oder unvermeidlich Jutta Ditfurth ähnlich wie Hans-Olaf Henkel garantiert zu allem etwas sagen kann, was indes alle schon mal gehört haben. Früher, als es noch wenige Talkshows gab, legte wenigstens die berühmte Romy Schneider schon mal leicht lüstern die Hand auf den Oberschenkel des Ex-Bankräubers Burkhard Driest. Ganz Deutschland guckte da interessiert und spekulierte.
Heute gucken alle alles, aber keiner sieht mehr was Besonderes. Geredet wird viel und laut, durcheinander und gegeneinander. Um es mit Goethe zu sagen: Getretener Quark wird breit, nicht stark. Rechnet man die Privatsender und Neuankömmlinge wie Jauch hinzu, verliert man den Überblick. Dabei sagen Kenner, dass noch viel mehr Talkshows möglich sind. Das klingt wie eine Drohung.
