Charlottendorf/Littel - Es klingt wie die Beschreibung eines sagenumwobenen Ortes: „Da, wo die Tannen aufhören und die Kiefern beginnen“, sagt Helga Zernitz. So ziemlich genau an dieser Stelle im Litteler Fuhrenkamp soll er in diesem Jahr stehen: ein geschmückter Weihnachtsbaum.

Alle Jahre wieder entdecken Spaziergänger nach dem 1. Advent eine mit Christbaumkugeln verzierte Tanne im Wald. Niemand weiß, wer damit begonnen hat oder diese Tradition fortsetzt. „Wir haben immer mal wieder jemanden in Verdacht gehabt. Aber wir wissen es bis heute nicht“, sagt Helga Zernitz aus Charlottendorf-West. Gewiss ist nur eines: Jedes Jahr steht der Baum an einer anderen Stelle.

Vor etwa 24 oder 25 Jahren haben Helga Zernitz und ihr Mann Walter den geschmückten Tannenbaum das erste Mal entdeckt. „Unsere Enkeltochter war noch ganz klein, wir haben sie auf dem Schlitten zu der Stelle gebracht“, erinnert sie sich noch an diesen Tag als wäre es gestern gewesen. Ein Spaziergang zum Weihnachtsbaum an den Feiertagen mit den Kindern und Enkeln ist Brauch bei Familie Zernitz – und Nachbarn sind oft auch vor Ort. „Es spricht sich herum, und das ganze Dorf strömt hin“, bringt es Walter Zernitz auf den Punkt. Seine Frau ergänzt: „Es ist jedes Jahr wieder aufregend: Ist er schon da? Wo steht er diesmal?“

Doch ebenso schnell wie der Christbaum auftaucht, verschwindet er auch wieder. Zwischen Weihnachten und Neujahr ist der Zauber meist bereits verflogen. Bis dahin nutzen viele Familien die Zeit, die Tanne mit Kugeln zu verzieren. Karl, Leo und Svenja waren auch schon da – zumindest stehen diese Namen auf manchen Kugeln. Auch Joana, Neele, Lukas, Rahel und Marie haben den Baum noch schöner gestaltet.

Bis vor kurzem hing eine Pralinenschachtel an der Spitze – doch die ist inzwischen weg. Niemand weiß, wer sie abgeholt hat. Die Vermutung der Kinder: „Der Weihnachtsmann.“ Klingt plausibel.