Bösel - Im Garten von Inge Zielinski an der Eschstraße in Bösel öffnet sich dem Betrachter ein Kleinod. Auf rund 1500 Quadratmetern gibt es für den Besucher jede Menge zu entdecken. Und auch die 72-Jährige entdeckt immer wieder etwas Neues. Manchmal ist nur ein kleiner Perspektivwechsel notwendig.
Neben der Terrasse am Wintergarten umrahmen die runden Buchsbäume eine Dreier-Kombination an Stein-Stelen, an denen das Wasser seicht herabläuft. „Ich mag es nicht, wenn es zu laut plätschert“, sagt Inge Zielinski. Der Fächerahorn davor weist eine stattliche Größe auf.
Von der Terrasse aus führt rechts ein Weg in den Garten durch einen Rosenbogen. „Westerland“ heißt die Sorte, die den Eisenbogen umrankt. „Wenn sie blüht, strömt einem der Duft schon an der Hausecke entgegen“, schildert die begeisterte Gärtnerin. Der Weg führt an der Wellensittich-Voliere entlang, in der gerade Junge groß gezogen werden.
Auf der anderen Seite des Gartens überwuchert Efeu alte Tannenbaum-Stümpfe. Von einem Holzzaunelement ist kaum mehr etwas zu erkennen, dafür von dem Spiegelfenster, dass Inge Zielinski „irgendwo“ entdeckt hatte. Davor zwei Stühle und ein Tisch mit Kissen aus einem alten Bettbezug und Spitze genäht.
Ein wenig weiter liegt auf einem aus einem Taxus geformten Sessel eine alten Nickelbrille neben einem Kissen. In den Hecken sind Figuren wie Engelchen oder „Oma“ und „Opa“ platziert. Direkt gegenüber der Terrasse am Haus hat Inge Zielinski eine weitere Sitzgelegenheit geschaffen mit zwei Stühlen und einem Tisch unter einer Pergola. „Von hier aus hat man einen ganz anderen Blick auf den Garten“, schildert die Hobbygärtnerin ihren gelegentlichen Perspektivwechsel. Bevor es in den Staudengarten geht, macht Inge Zielinski auf den großen Tulpenbaum hinter der Vogelvoliere aufmerksam.
Unter einer Zeder fällt der Blick auf eine Geige, daneben ein Notenständer mit Notenblatt und Zylinder. Ein satter Farbmix bildet der gelbe Lederhülsenbaum mit den üppigen violetten Rhododendron-Blüten davor. „Ein Garten muss bunt sein“, meint Inge Zielinski. Und das bestätigt sich im Staudengarten.
Rote Pfingstrosen, blauer Rittersporn, gelbes Mädchenauge, wuchtige Fuchsien – Bienen und Hummeln fühlen sich sichtlich wohl. Dazwischen, mal versteckt, mal als Blickfang, immer wieder kleine Besonderheiten wie Holzsuhlen, Vogelhäuschen oder ein großes Insektenhotel. „Das ist immer gut besucht“, schildert Inge Zielinski.
Waschzuber, ein altes Waschbrett, Schleifsteine und noch allerlei anderes historisches Gerät ist neben einem Holzschuppen drapiert. Milchkannen, eine alte „Wärmflasche“ oder Flaschen – im Garten von Inge Zielinski hat all das einen neuen Platz gefunden.
Links neben dem Holzschuppen stehen die Rosen in voller Blüte. Auch ein kleines Hochbeet hatte Inge Zielinski vor einiger Zeit bepflanzt mit Gemüse. Aus dem Stamm einer Birke hatte ein Motorsägenkünstler zwei Käuzchen geformt.
„Wenn ich im Garten arbeite, merke ich nicht, wenn die Knochen mal wehtun.“, sagt die 72-Jährige. Und Arbeit, weiß sie, gibt es im Garten immer genug.
