TETTENS - Die Planungen für die künftige Nutzung der Festungsinsel Langlütjen II kommen in die entscheidende Phase. Der in Bremen lebende Eigentümer des denkmalgeschützten Eilands, Jens-Torsten Bausch, bereitet zurzeit ein Gesamtkonzept und einen Bauantrag vor. Interessante Denkanstöße für die Bebauung hat ein Wettbewerb unter Studenten der Universität Braunschweig ergeben. Die dabei entstandenen Modelle präsentiert Jens-Torsten Bausch ab dem 19. April im Alten Rathaus.
Der Projektentwickler möchte aus der künstlichen Insel, die er 2006 vom Bund erworben hat, eine einzigartige touristische Attraktion machen. Ihm schwebt eine „Verknüpfung von Wissenschaft, Kultur und Entspannung“ vor. Jens-Torsten Bausch schmiedet Pläne für eine Hotelanlage, zu der auch Eigentumswohnungen gehören könnten. Zudem sollen Räume für Ausstellungen und Theateraufführungen geschaffen werden. Dass auch eine Dokumentation zur Geschichte des 130 Jahre alten Inselforts vorgesehen ist, betrachtet er als Selbstverständlichkeit.
Der Weg zum „sanften Tourismus“ auf Langlütjen II ist allerdings beschwerlich und mit vielen bürokratischen Hürden versehen. „Noch ist nicht einmal klar, ob überhaupt ein Mensch die Insel betreten darf“, sagt der Bremer. Für die Sanierung des stark beschädigten Deckwerks, die Wiederherstellung einer Schlenge und die Aufräumarbeiten in den Kasematten hatte er zwar die Erlaubnis bekommen. Aber jetzt geht es um grundsätzliche Fragen zur Nutzung der kleinen Insel vor Tettens.
Langlütjen II steht gleich doppelt unter behördlichem Schutz. Zum einen ist die Fortanlage sowohl vom Land als auch vom Bund als Kulturdenkmal eingestuft worden, zum anderen befindet sie sich im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Somit muss Jens-Torsten Bausch einen Spagat zwischen Tourismus und Naturschutz bewältigen.
Im Zuge der Bauantragsstellung, mit deren Bearbeitung das Land Niedersachsen die Stadt Nordenham beauftragt hat, werden die Naturschutzbelange eine wichtige Rolle spielen. Darüber ist sich Jens-Torsten Bausch, der die geplanten Investitionen auf Langlütjen II mit mindestens 10 Millionen Euro beziffert, im Klaren. Beteiligt an dem Genehmigungsverfahren sind unter anderem die Nationalparkverwaltung, das Wasser- und Schifffahrtsamt, die Küstenschutzbehörde und das Denkmalamt.
Den Bauantrag mit dem Nutzungs- und Baukonzept will Jens-Torsten Bausch schon bald einreichen, damit möglichst noch in diesem Jahr eine Entscheidung getroffen werden kann. Wenn er grünes Licht von den Behörden bekommt, möchte der Bremer 2011 die Bautrupps anrücken lassen. Er verheimlicht nicht, dass sich das Vorhaben irgendwann rechnen muss. „Ich mache das nicht als Hobby“, sagt der Inseleigentümer.
