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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Ein junger Mann verliert sich

25.09.2017

Bremen Wie wertvoll ist Freiheit? Ist sie Fluch oder Segen? Schafft es der 16-jährige Karl Roßmann aus Prag in Amerika vom Tellerwäscher zum Millionär? Eine moderne Inszenierung nach Franz Kafkas (1883–1924) unvollendetem Roman hat Regisseur Alexander Riemenschneider nun in 105 pausenlosen Minuten auf die Bühne des Bremer Theaters gebracht – und hält sich dabei dicht an die Vorlage.

wo es Karten gibt

Eintrittskarten für das Stück im Bremer Theater gibt es unter: Telefon   0421/365 33 33

Franz Kafka lebte von 1883 bis 1924. Sein Hauptwerk bilden neben drei Romanfragmenten („Der Prozess“, „Das Schloss“ und „Der Verschollene“) zahlreiche Erzählungen. Kafkas Werke wurden zum größeren Teil erst nach seinem Tod und gegen seine letztwillige Verfügung veröffentlicht. Heute zählen Kafkas Werke zum Kanon der Weltliteratur.

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Es ist die Geschichte eines Mannes, der in seinem Leben viele Rückschläge verkraften muss, wegen seiner Gutmütigkeit oft ausgenutzt und immer wieder verstoßen wird. Angefangen bei seinen Eltern, die Karl in die USA schicken, weil er sich von einem Dienstmädchen verführen ließ, das schließlich ein Kind von ihm bekommt.

Doch auch sein reicher Onkel aus den USA verstößt Karl, als er die Einladung eines Geschäftsfreundes zu einem Landhausbesuch eigenmächtig annimmt. Als Karl schließlich auf zwei Landstreicher trifft, nimmt die Misere ihren Lauf.

Die bedrückende Stimmung bringt Riemenschneider in der Inszenierung auf die Bühne. Die Kulisse ist düster und minimalistisch. Alles ist in Schwarzweiß gehalten und rückt Darsteller und die tschechische Kafka-Band in den Vordergrund. Ab und zu werden Bilder auf die Bühne projiziert, sie zeigen Motive aus den USA. Alles ist steril – von den Kostümen (Emir Medic) bis zum Bühnenbild (David Hohmann) fügt es sich zusammen. Weißes, grelles Licht strahlt von der Decke und bricht sich auf dem dunklen Boden. Imposant ist das mobile Podest, das Darsteller und Musiker beherbergt.

Im Zentrum sehen wir eine übergroße Marionette. Sie verkörpert Karl Roßmann und wird von verschiedenen Darstellern bedient. Ein intelligentes Stilmittel, um die Zerrissenheit des Mannes zu zeigen, von dem jeder ein Stück abhaben möchte. Daher verliert die Marionette öfter Körperteile. Stimmen aus dem Off erzählen die Geschichte, auch die Musik, die von der Kafka-Band für die Inszenierung komponiert wurde, geleitet durch die Handlung. Ganz ohne Vorkenntnisse dürfte es dennoch an einigen Stellen schwerfallen, dem Geschehen zu folgen.

Erst zum Schluss scheint es Roßmann vergönnt zu sein, Ruhe zu finden. Alles wird still, die Marionette liegt seelenruhig in der Mitte der Bühne, das Licht dimmt sich ab. Endlich, so scheint es, ist Roßmann in Amerika angekommen. – Vorhang zu, großer Applaus.

Sabrina Wendt
Redakteurin
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2042

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