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THEATER Geradewegs in die Katastrophe

„Endstation“ – von sabrina gabler

Mitwirkende

sind Maren Baars, Moritz Becker, Selina Block, Julian Cekici, Svenja Diekmann, Anastasija Felko, Kai-Philip Fuhrmann, Wendy Hardt, Rabea Hein, Jan Kampen, Eva Langreder, Nina Reck, Jessica Malin Rühmann, Julia Schubert, Peer Seltmann und Freyja Steinke.

Diesen Freitag

spielen die Schüler das Stück zum letzten Mal. Beginn ist um 19.30 Uhr in der Aula des Gymnasiums.

Die Aula des Gymnasiums war am Mittwoch fast voll besetzt. Die Schüler lieferten eine überzeugende schauspielerische Leistung.

von kerstin beier

nordenham „Ich finde es gut, dass die Aufführung nicht abgeblasen wurde“, meinte ein Zuschauer am Ende der Vorstellung. Der andauernde Applaus in der fast voll besetzten Aula gab ihm Recht.

Klischee und Wirklichkeit

Nach dem Amoklauf von Winnenden stand die Aufführung des Theaterstücks „Endstation“ zunächst auf der Kippe. Schließlich haben sich die Schüler des Gymnasiums durchgerungen, das Stück dennoch zu spielen. Ihre Sorge, dass es missverstanden oder gar als heroisierend gedeutet werden könnte, erwies sich bei der Premiere als unbegründet. Die Schüler der Theater AG lieferten eine schauspielerisch überzeugende Darbietung des von Sabrina Gabler geschriebenen Stücks. Die Schüler spielten Szenen, die vielleicht so manch einen an die eigene Schulzeit erinnerten.

Die beiden Hauptfiguren in dem Theaterstück sind Stefan und Kai. Sie sind Außenseiter, die von ihren Mitschülern gemobbt werden. Täglich erdulden sie körperliche und seelische Gewalt. Sowohl die Lehrerin als auch die Schulpsychologin erkennen ihre Nöte nicht und übersehen schließlich auch die Vorzeichen der beginnenden Eskalation. Stefan und Kai planen, sich selbst und ihre Peiniger bei der Siegesfeier der Basketballmannschaft umzubringen.

Dabei hat die Autorin Sabrina Gabler die Figuren allerdings zum Teil auch überzeichnet und etliche Klischees bedient. Da sind zum Beispiel die angesagten Sportler, die mit lockeren Sprüchen auf den Lippen arrogant und großmäulig auftreten. Oder die „Tussis“, für die die neuesten Modetrends und die Frage, wer mit wem zusammen ist, von größter Bedeutung sind. Aber auch die Lehrerin, die auf Kosten eines unbeliebten Schülers Späße macht, um damit die Sympathien der Mehrheit zu erlangen, entspricht einem gängigen Klischee. Ebenso überzeichnet war der soziale Hintergrund eines der Amokläufer, dessen Vater tot und dessen Mutter Alkoholikerin ist.

„Ob das in der Wirklichkeit so ist?“, fragte ein Zuschauer. Er beklagte, dass der Stoff die Thematik zu sehr vereinfachen und die Grautöne außen vor lassen würde. Schließlich verließ er bei der recht realistisch gespielten Hinrichtung einer Schülerin durch einen Kopfschuss vorzeitig die Aula. Ein anderer Zuschauer empfand gerade die an der Realität orientierte Darstellung des Amoklaufs als gelungen. Denn schließlich sei die Wirklichkeit ja so, sagte er.

Zuschauer sensibilisieren

Das Ziel der Theater AG, die Zuschauer zu sensibilisieren, wurde in jedem Fall erreicht. Vielleicht helfe das Stück ja auch, den Jugendlichen Amokläufern zu zeigen, dass ein Amoklauf nichts bringt, glaubt eine ältere Zuschauerin. Erklärungen liefert das Theaterstück „Endstation“ jedoch nicht. Aber das kann und soll es ja auch nicht.

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